Letztes Update am Mi, 25.09.2019 16:56

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wiener Flashmob gegen „Stillstand“ bei Nachhaltigkeitszielen



Während die internationalen Staats- und Regierungschefs in New York im Rahmen der UNO-Generalversammlung über die Nachhaltigkeitsziele diskutieren, haben in Wien laut Veranstaltern knapp Hundert Menschen an deren Umsetzung in Österreich erinnert. „Keine Zeit für Stillstand“, so die Botschaft des Flashmobs vom Mittwoch, bei dem die Teilnehmer minutenlang erstarrten.

Damit wollen die Organisatoren das „geringe Engagement“ der Bundesregierung bei der Umsetzung der UNO-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals/SDGs), auch Agenda 2030 genannt, symbolisieren. Die Regierung dürfe „nicht stehen bleiben“, sondern „solidarisch für ein gutes Leben für alle“ aufstehen. „Ein gutes Leben für alle“ ist auch das Motto der SDGs, die bereits 2015 verabschiedet wurden und deren insgesamt 17 Ziele bis 2030 erreicht werden sollen.

Österreich müsse bei der Umsetzung „den Absichtserklärungen endlich Taten folgen“ lassen, so die Veranstalter des Flashmobs auf dem Wiener Stephansplatz. Aufgrund der bevorstehenden Berichterstattung Österreichs an die UNO im Juli 2020 über den Stand der Umsetzung der SDGs sei man „vorsichtig optimistisch“, dass die kommende Regierung die Agenda 2030 nun „stärker im Regierungsprogramm verankert“, so Thomas Alge, Geschäftsführer der Umweltplattform ÖKOBÜRO. Das Budget und die Gesetze sollten die Agenda „unterstützen oder zumindest nicht untergraben“, betonte Annelies Vilim, Geschäftsführerin der entwicklungspolitischen Dachorganisation AG Globale Verantwortung.

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung decken die Bereiche Umwelt, nachhaltiges Wirtschaftswachstum, Geschlechtergerechtigkeit, Bildung und globale Partnerschaft ab. So sollen beispielsweise bis 2030 extreme Armut und Hunger weltweit sowie die Diskriminierung von Frauen beseitigt werden, zudem soll allen Menschen Zugang zu sauberem Wasser und Sanitärversorgung sowie einer kostenlosen Volksschulausbildung garantiert werden. Im Gegensatz zu ihren Vorgängern, den Millennium Development Goals (MDGs), haben sich 2015 alle Länder - reiche Länder ebenso wie „Entwicklungs-“ und Schwellenländer - zur Umsetzung der SDGs verpflichtet.

Laut aktuellen Studien wird es schwierig, die SDGs im vorgegebenen Zeitrahmen zu erreichen. Insgesamt schneide man in acht von zwölf großen Bereichen unzureichend ab, heißt es etwa in dem Social Progress Index 2019 (SPI) von Deloitte Österreich. Laut einer Bertelsmann-Studie ist kein einziges Land auf dem Weg, alle 17 Ziele zu erreichen. Österreich ist demnach bei sechs der 17 SDGs auf einem guten Weg, bei sieben Zielen gibt es „moderate Verbesserungen“, lediglich beim Thema Klimaschutz stagnieren die Bemühungen. Um die Umsetzung in Österreich voranzutreiben, haben sich vor zwei Jahren 80 Nichtregierungsorganisationen (NGOs) zusammengeschlossen und die Organisation „SDG Watch Austria“ gegründet.




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