Letztes Update am Do, 26.09.2019 15:10

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Pianist Paul Badura-Skoda 91-jährig gestorben



Der österreichische Pianist Paul Badura-Skoda ist am Mittwoch im Alter von 91 Jahren gestorben. Das bestätigte die Familie gegenüber der APA. Badura-Skoda galt als rastloser Veteran der noblen Klavierkunst und war 70 Jahre auf den Konzertbühnen der Welt im Einsatz. Kulturminister Alexander Schallenberg zollte dem Verstorbenen seinen Respekt.

Geboren wurde der Pianist am 6. Oktober 1927 in Wien. Nur zwei Jahre nach Beginn seines Studiums am Wiener Konservatorium gewann er den ersten Preis des Österreichischen Musikwettbewerbs und erhielt ein Stipendium für einen Meisterkurs bei Edwin Fischer. Die folgenden 70 Jahre brachte Badura-Skoda mit unermüdlichen Auftritten bei den wichtigsten Festivals und den bedeutendsten Konzertsälen der Welt zu. Umfangreich war seine Sammlung von Auszeichnungen: 1976 erhielt er das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kultur, zwei Jahre darauf den Bösendorfer-Ring, 1998 die Goldmedaille der Stadt Wien. Er war Träger des Großen Silbernen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik und des Goldenen Ehrenzeichens der Stadt Wien und im Vorjahr die Ernennung zum Ehrenmitglied der Musikuni Wien.

„Sein Klavierspiel besaß eine magische Anziehungskraft, er schuf neue Dimensionen der Interpretation an diesem Instrument, die noch lange bei uns nachklingen wird“, sagte Minister Schallenberg am Donnerstag. Badura-Skoda sei zweifelsohne einer der bedeutendsten Pianisten unserer Zeit gewesen.

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) würdigte den Pianisten als „eine Größe in der österreichischen Kulturszene, die er mit seiner Leidenschaft für die Kunst entscheidend mitgeprägt hat. Er war auf den Konzertbühnen der Welt zuhause und hat sein Leben der Musik gewidmet.“

Und auch Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) zeigte sich betroffen von der Todesnachricht: „Mit Paul Badura-Skoda verlieren wir einen großartigen Künstler, einen Meister seines Fachs, der sich immer als Diener der Musik verstanden hat.“ Sie hob die frühe Zuwendung des Künstlers zur historischen Aufführungspraxis hervor, die einem dankbaren Publikum neue Erlebnis- und Erfahrungswelten eröffnet habe.




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