Letztes Update am Fr, 27.09.2019 08:20

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Leichtathletik-WM-Wochenende bringt Sprints und Dreisprung



Schon bei der WM 2017 in London hieß der Weltmeister über 100 m nicht mehr Usain Bolt. Aber allein mit seiner Anwesenheit erregte der Superstar freilich die größte Aufmerksamkeit. Der verdienstvolle Jamaikaner ist längst zurückgetreten, die Bahn frei für einen neuen Sprint-Star. Potenzielle Nachfolger kamen allerdings noch nicht so richtig medienwirksam aus den Startblöcken.

Die 100 m Sprints bei Männer und Frauen sowie die Dreisprung-Entscheidung bei den Männern, in der ein neuer Weltrekord nicht ganz abwegig erscheint, sind die Highlights des ersten Wochenendes der Wüsten-WM in Doha. Zudem wird am Sonntag Premieren-Gold in der neu eingeführten 4 x 400-m-Mixed-Staffel vergeben.

100-m-Titelverteidiger ist Justin Gatlin, der sich vor zwei Jahren vor seinem US-Landsmann Christian Coleman und Bolt durchgesetzt hatte. Der große Gejagte ist am Samstagabend in Doha (21.15 MESZ) allerdings Coleman, der mit 9,81 Sekunden die Jahresweltbestzeit hält. Es folgen sein Landsmann Noah Lyles und der Nigerianer Divine Oduduru mit jeweils 9,86 vor Gatlin mit 9,87. Schnellster Jamaikaner in diesem Jahr war 2011-Weltmeister Yohan Blake (9,96).

Das Antreten von Coleman bei der WM ist aber erst möglich geworden, weil die Anti-Doping-Agentur der USA ein eingeleitetes Verfahren gegen den 23-Jährigen wegen drei Verstößen im Zusammenhang mit der Meldepflicht des Aufenthaltsortes für Dopingkontrollen zurückgezogen hat. Die Vergehen fanden nicht innerhalb eines Jahres statt, welches als Zeitfenster für Fehlverhalten gilt. „Ich werde daran denken, die App jedes Mal zu aktualisieren, wenn ich einen Schritt oder Ähnliches mache“, erklärte Coleman. Das 100-m-Frauenfeld führen die Jamaikanerinnen Shelly-Ann Fraser-Pryce und Elaine Thompson mit jeweils 10,73 an.

Im Dreisprung wird Christian Taylor für sein viertes WM-Gold hart zu kämpfen haben. Der US-Amerikaner, Verlobter der österreichischen Hürdensprinterin Beate Schrott, wird von Landsmann Will Claye herausgefordert - und vielleicht sogar bis zur Weltrekordweite getrieben. Es ist ein Duell auf hohem Niveau, das es seit einem Jahrzehnt gibt und in dem Taylor mit drei WM-Titeln und zwei Olympiasiegen klar voran liegt. In dieser Saison gelang Claye mit 18,14 m der weitere Satz, Taylor kam auf 17,82. Den Weltrekord hält Jonathan Edwards seit 1995 mit 18,29 m. Taylor fehlten 2015 drauf nur acht Zentimeter, Claye heuer 15.




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