Letztes Update am Fr, 27.09.2019 11:33

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Britischer Tanker „Stena Impero“ auf dem Weg nach Dubai



Der seit Mitte Juli in der Straße von Hormuz im Iran festgehaltene britische Öltanker „Stena Impero“ ist wieder auf hoher See. Die iranischen Behörden gaben das Schiff am Freitag frei. Die iranischen Revolutionsgarden hatten den Tanker am 19. Juli unter dem Vorwurf festgesetzt, Vorschriften des Seerechts im Persischen Golf missachtet zu haben.

Die „Stena Impero“ habe in der Früh den iranischen Hafen von Bandar Abbas verlassen, sagte der Reedereichef Erik Hånell dem schwedischen Fernsehsender SVT. „Wir prüfen, zu welchem Hafen wir fahren werden. Wir haben eine Reihe von Alternativen in den Vereinigten Arabischen Emiraten.“ Laut Schiffsbeobachtungsdaten der Datenplattform Refinitiv wurde als Zielhafen Port Rashid in Dubai angegeben. Hånell erwartet, dass die „Stena Impero“ ihren Zielhafen am späten Freitagabend oder Samstag früh erreichen wird.

Der Tanker war eigentlich schon am Montag von der iranischen Regierung freigegeben worden, doch blieb er zunächst weiter in iranischen Gewässern. Aus der Reederei hieß es, dass man einen offiziellen Bescheid aus Teheran abwarten wollte.

Die britische Regierung vermutete hinter der Festsetzung der „Stena Impero“ am 19. Juli eine Reaktion auf einen ähnlichen Vorfall im britischen Gibraltar: Dort war Anfang Juli ein Supertanker mit Öl aus dem Iran, das für Syrien bestimmt gewesen sein soll, an die Kette gelegt worden. Die Lieferung verstieß den Behörden zufolge gegen EU-Sanktionen gegen das Kriegsland Syrien. Den Hinweis auf das Schiff hatten die Briten von den USA erhalten.

Der Iran sprach von „Piraterie“ und drohte mit Konsequenzen. Mitte August wurde die „Adrian Darya-1“ schließlich freigegeben. Mutmaßungen, es habe sich um ein Tauschgeschäft gehandelt, um die „Stena Impero“ freizubekommen, wies London vehement zurück.

Die Straße von Hormuz ist eine der wichtigsten Seestraßen der Welt. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Indischen Ozean. Ein Großteil des weltweiten Ölexports wird durch die Meerenge verschifft. Die Spannungen in der Region hatten sich in den vergangenen Monaten immens verschärft. Die Handelsschifffahrt wurde in den Konflikt zwischen den USA und dem Iran hineingezogen. Es kam zu mehreren Zwischenfällen mit Tankern und Drohnen.

Hinter den Spannungen zwischen Teheran und Washington steht der Atomstreit beider Länder. Die Amerikaner werfen der iranischen Führung vor, Atomwaffen bauen zu wollen. Der Iran weist das zurück. Die USA waren 2018 im Alleingang aus dem in Wien ausverhandelten internationalen Atomabkommen ausgestiegen, das den Iran am Bau einer Atombombe hindern und zugleich dessen politische und wirtschaftliche Isolation beenden sollte. Seitdem setzen die Amerikaner Teheran mit massiven Wirtschaftssanktionen unter Druck, um ein strengeres und auf andere Gebiete erweitertes Abkommen zu erzwingen. Der Iran widersteht dem Druck bisher.

Wegen des Streits um die „Stena Impero“ und weiterer Vorfälle mit Tankern im Persischen Golf und Ölanlagen in Saudi-Arabien arbeiten die USA an einer Koalition für einen militärischen Schutz der Handelsschiffe in der Region.

Der iranische Präsident Hassan Rouhani hatte bei der UNO-Vollversammlung in New York einen Plan für Sicherheit und Frieden in der Straße von Hormuz vorgelegt. Mit der Initiative „Koalition der Hoffnung“ für den Persischen Golf wolle der Iran zusammen mit den arabischen Golfstaaten und ohne ausländische Schutzmächte für die Sicherheit der Schifffahrt im Persischen Golf sorgen.




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