Letztes Update am Fr, 27.09.2019 15:36

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Steiermark vergibt Morgenstern-Preis an Nava Ebrahimi



Das Land Steiermark vergibt ab 2019 in Zwei-Jahres-Rhythmus zusammen mit der „Kleinen Zeitung“ den mit 10.000 Euro dotierten Morgenstern-Preis: Die heurige Preisträgerin ist laut einer Mitteilung des Landes die Grazer Schriftstellerin Nava Ebrahimi, die die Auszeichnung für ihren Roman „Sechzehn Wörter“ erhält. Der Preis wird am 18. November überreicht.

Mit dem Preis - den eine Fachjury vergibt - sollen Künstler oder Künstlergruppen unterstützt werden, deren Debüt nicht länger als drei Jahre zurückliegt. Außerdem sollten sie mit ihrem Werk einen wesentlichen Widerhall bei Publikum und Kritik in der Steiermark und überregional gefunden haben, wie es in der Begründung der steirischen Landesregierung heißt. Die Begründung zur Vergabe an Ebrahimi lautete u.a.: „Die Grazer Schriftstellerin hat sich abseits der Trampelpfade des Literaturbetriebes in die erste Reihe der jüngeren deutschsprachigen Gegenwartsliteratur geschrieben.“

Kulturlandesrat Christopher Drexler (ÖVP) gratulierte am Freitag der Preisträgerin: „Mit dem Morgenstern-Preis wollen wir diejenigen vor den Vorhang holen und unterstützen, die durch beeindruckende künstlerische und kreative Leistungen erst unlängst am breiten Kulturhimmel erschienen sind. Ich freue mich außerordentlich, dass der erste Morgenstern-Preis an Literatin Nava Ebrahimi geht.“ Ebrahimi habe sich mit ihrem Debütroman „Sechzehn Wörter“ durch ihr außergewöhnliches schriftstellerisches Talent im Literaturbetrieb hervorgetan. Das lasse ihr zweites Werk mit Spannung erwarten, sagte der Kulturlandesrat.

Ebrahimi ist 1978 im Iran geboren und in Deutschland aufgewachsen, durch Heirat fand die diplomierte Volkswirtin und Redakteurin (u.a. „Financial Times Deutschland“) 2012 nach Graz. Im März 2017 debütierte sie mit „Sechzehn Wörter“, erschienen bei Random House, wo auch im März 2020 ihr neues Werk „Im selben Schatten“ herauskommt. „Schreiben ist für mich der Weg, mit den Widersprüchen, mit den Ambivalenzen und Ambiguitäten des Lebens fertig zu werden. Einzig Kunst und in meinem Fall Literatur kann meiner Meinung nach der Komplexität, der Vielschichtigkeit der Dinge gerecht werden“, sagte Ebrahimi.

In „Sechzehn Wörter“ geht es - in einer Art autobiografischen Weise - um eine Iranerin, die nach dem Tod ihrer Großmutter in ihr Geburtsland zurückfährt, eine „Reise in eine trügerische Heimat“, so Ebrahimi. Die Reise in die bei einem Erdbeben zerstörte, uralte Stadt Bam wird zu einer Auseinandersetzung mit dem eigenen Sein, der vermeintlich vertrauten alten Heimat und bisherigen Lebensgewissheiten.




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