Letztes Update am Fr, 27.09.2019 16:49

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Salzburg gegen „verzweifelte“ Austria um Ausbau von Serie



Fußball-Meister Red Bull Salzburg erwartet am Samstag in der 9. Bundesliga-Runde einen Gegner, „der verzweifelt ist“. So drückte es Trainer Jesse Marsch aus. Die Rede ist freilich von der Austria, die die Cup-Niederlage gegen die WSG Tirol verdauen muss. WSG muss zum WAC, der den achten Pflichtspielsieg in Serie anpeilt. In der dritten Partie des Tages ist der LASK beim SKN St. Pölten Favorit.

Für die Salzburger könnte es das 70. Heimspiel in Serie ohne Niederlage werden. „Wir haben einen Gegner, der ist verzweifelt. Sie brauchen unbedingt Punkte“, urteilte Marsch über die Violetten. Gerade solche Mannschaften seien am schwierigsten zu bespielen, warnte der US-Amerikaner, der wohl „ein bisschen rotieren“ wird. Bei angeschlagenen Akteuren wie den Sturm-Torpedos Erling Haaland (Infekt) und Hwang Hee-chan (Netzhautprellung) will man in Hinblick auf den Champions-League-Hit in Liverpool am nächsten Mittwoch kein Risiko eingehen.

Die Austria war unter der Woche in der zweiten Cup-Runde von Wattens in ihre Einzelteile zerlegt worden. Vor allem Peter Stöger ist nun in der Verantwortung, den Karren aus dem Dreck zu holen. Am Donnerstagnachmittag suchte der Sport-Vorstand noch ein ausführliches Gespräch mit der Mannschaft. Auch der zusehends ratlos wirkende Trainer Christian Ilzer forderte, dass akut etwas passieren müsse. „Wir wollen eine Reaktion zeigen und müssen uns gegen Salzburg anders präsentieren.“

Die Stimmung beim WAC könnte hingegen besser kaum sein. National wie international sind die Kärntner mit Volldampf unterwegs, gegen die WSG peilt der WAC den achten Pflichtspielsieg in Serie an. „Ich habe mir schon eine gute Performance erhofft, aber dass wir ergebnismäßig so dastehen, habe ich nicht ganz erwartet“, meinte WAC-Coach Gerhard Struber. Dass auch der gesamte Kader einsatzbereit ist, erweist sich angesichts der mannigfaltigen Belastungen als klarer Vorteil.

„Es wird eine megaschwere Aufgabe, aber wir freuen uns drauf“, meinte WSG-Coach Thomas Silberberger daher. „Wir müssen ähnlich auftreten wie gegen die Austria und an uns glauben“, meinte Silberberger, der sich der Höhe der Hürde aber bewusst ist: „Der WAC ist aktuell das Team der Stunde in Österreich, eine richtig gute Mannschaft mit überragenden Einzelspielern. Liendl zum Beispiel ist einer der Top-Strategen in Österreich. Sie haben jetzt auch durch Struber Red-Bull-DNA mit hohem Pressing drin.“

Vizemeister LASK ist fünf Tage vor dem Europa-League-Auftritt bei Sporting Lissabon gefordert. Die Niederösterreicher verbuchten zuletzt ein Last-Minute-Remis gegen die Admira und einen Cupsieg über Mattersburg und wollen neuerlich anschreiben. Mit den Linzern gastiert allerdings der makellose „Auswärtskönig“ in der NV-Arena. Vier Spiele, vier Siege lautet die LASK-Saisonbilanz auf fremdem Boden, saisonübergreifend fünf Auswärtssiege en suite sind sogar Vereinsrekord.

St. Pölten wiederum wartet noch auf den ersten Heim-“Dreier“ 2019/20. „Wir haben im Cup endlich einmal über 90 Minuten eine starke Leistung gezeigt und uns für den betriebenen Aufwand belohnt“, meinte SKN-Coach Alexander Schmidt. „Das ist auch das Ziel gegen den LASK, auch wenn wir wissen, dass die Linzer ein sehr starker Gegner sind.“

Für LASK-Coach Valerien Ismael ist das Duell trotz eindeutiger Vorzeichen nach dem 2:2 gegen Salzburg ein weiterer Bewährungstest. „Uns erwartet ein schweres Spiel, auch wenn der Gegner zuletzt viele Probleme mit verletzten Spielern und vielleicht nicht zufriedenstellenden Ergebnissen hatte“, meinte der Franzose, der diesmal auf den gesperrten Petar Filipovic und Samuel Tetteh (verletzt) verzichten muss.




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