Letztes Update am Fr, 27.09.2019 19:40

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rendi-Wagner glaubt an „Sieg der Menschlichkeit“



SPÖ-Spitzenkandidatin Pamela Rendi-Wagner hat ihre Anhänger am Freitag bei der Schlusskundgebung des SPÖ-Wahlkampfs auf die „letzten 48 Stunden vor der Wahl“ eingeschworen. „Wir können diese schwarz-blaue Koalition beenden“, sagte sie hoffnungsfroh. Erneut stellte die SPÖ-Chefin die Menschlichkeit und das Miteinander in den Vordergrund, denn ein „gemeinsames Wir“ sei besser als „Ich, Ich, Ich“.

Die Herausforderungen der Zukunft seien groß, stellte Rendi-Wagner in ihrer Rede fest. „Aber nicht so groß, dass wir sie nicht meistern können“, war die SPÖ-Chefin überzeugt. Der Zusammenhalt habe Österreich stark gemacht, auch in Zukunft brauche man solche Tugenden „mehr denn je“, so Rendi-Wagner. „Es wird die Menschlichkeit siegen“, rief sie ihrem Publikum im Hinblick auf die Wahl zu.

Mit dem hinter ihr liegenden Wahlkampf zeigte sich Rendi-Wagner zufrieden. „Einen Wahlkampf kann sich keiner im Vorhinein vorstellen“, kommentierte sie die Strapazen der letzten Zeit. „Aber wir haben den besten und coolsten Wahlkampf hingelegt, ich bin so stolz darauf“, bedankte sich die Spitzenkandidatin bei Familie und Unterstützern.

Zu Beginn der Veranstaltung, bei der vor allem der offizielle Wahlkampfsong Partystimmung verbreitete, schwelgte die SPÖ in der Vergangenheit. Der ehemalige SPÖ-Kanzler Franz Vranitzky wandte sich in einer Rede, in der er auch die Erfolge von SPÖ-Legende Bruno Kreisky hervorkehrte, gegen soziale Ungerechtigkeit und nannte sozialdemokratische Konzepte absolut notwendig. „Du bist unsere neue Zeit“, sagte Vranitzky zu Rendi-Wagner. „Sprachlos und mit Gänsehaut“ reagierte Rendi-Wagner auf diese Komplimente und bedankte sich bei Vranitzky für aufmunternde Anrufe im Wahlkampf.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Viel Lob erhielt Rendi-Wagner von ihren Vorrednern. An der Spitze der Wahlbewegung stehe eine „große Kämpferin“, charakterisierte Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda Rendi-Wagner. Die Spitzenkandidatin habe „Übermenschliches geschafft“, sagte Wiens Bürgermeister Michael Ludwig. „Wir sind so stolz auf dich, wir danken dir.“

Drozda blickte in seiner Rede dem „Ende eines intensiven Wahlkampfs“ entgegen. „Das Positive daran: Die Turbulenzen haben dieses Mal andere Parteien betroffen“, sagte er und schlussfolgerte: „Diese FPÖ ist nicht regierungsfähig.“ Über ÖVP-Chef Sebastian Kurz fand Drozda ebenfalls kritische Worte und teilte eine „persönliche Beobachtung“ mit dem Publikum. „Wer nach allem, was passiert ist, eine Neuauflage der Ibiza-Koalition noch immer nicht ausschließt, dessen Lernkurve ist eher flach - und das ist für einen Regierungschef ungeeignet“, sagte er.

Auch Wiens Bürgermeister Michael Ludwig schoss sich auf die ehemalige türkis-blaue Regierung ein. Langfristig werde sich eine „ehrliche Politik“ wieder rentieren, zeigte sich Ludwig überzeugt. Bis zum Wahltag „werden wir jede Stunde nützen“, sagte er mit einem SPÖ-Flyer in der Hand.




Kommentieren