Letztes Update am Fr, 27.09.2019 19:51

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gauner, Greta, Mohammed - Hofer kämpfte sich durch Finale



Krankheitsbedingt schaumgebremst hat sich FPÖ-Spitzenkandidat Norbert Hofer Freitagabend durch das Wahlkampffinale gekämpft. Auf dem gut gefüllten Viktor-Adler-Markt im Wiener Bezirk Favoriten zählte er noch einmal auf, wofür seine Partei steht - oder eher wogegen: Klimaaktivistin Greta Thunberg, Mohammed als populärer Vorname und „Gauner, die die Bundesregierung zu Fall gebracht haben“.

Die FPÖ hatte zu Hochzeiten schon mehr Fans in den Wiener Arbeiterbezirk gelockt. Dennoch schaffte es die derzeit skandalgeschüttelte Partei, die Ränge gut zu füllen. Nicht zuletzt durch die bewährte Mischung aus Bier und Musik der John Otti Band. Diese bewies ihren eigenen Sinn von Ironie, indem sie den Schlager „Alles wird gut“ vortrug. Hofer selbst zog zu Queens „Don‘t Stop Me Now“ ein.

Zuvor hatte aber noch der zweite erste Mann in der FPÖ die Menge aufgeheizt: Der ehemalige Innenminister Herbert Kickl machte unmissverständlich klar, dass er dieses Amt wieder für sich beansprucht, denn: „Mich nimmt niemand an die kurze Leine“. Als erste Amtshandlung werde er in den Keller des Ministeriums gehen, das „Ausreisezentrum“-Schild suchen und dieses wieder an den Erstaufnahmezentren anbringen.

Trotzig zeigte sich Kickl auch, was sein Image betrifft, etwa, dass er unsensibel sei. „Wenn es um die Interessen der Österreicher geht, dann bin ich der sensibelste Innenminister aller Zeiten“, lautet seine Selbsteinschätzung. Gekränkt zeigte sich Kickl über optisch unvorteilhafte Darstellungen in den Medien: „Der Schönste bin ich nicht, das weiß ich selber. Aber so schiach hätten‘s mich nicht machen müssen“, sprach er ein „profil“-Cover an.

Trost kam umgehend von Hofer, der in Richtung Kickl klar machte: „Lieber Herbert, du bist nicht nur ein Parteifreund, du bist ein Freund.“ Klar machte der Spitzenkandidat auch, wer die Partnerwahl bei der Koalitionssuche gewinnen würde, denn: „Es war die beliebteste Bundesregierung seit vielen, vielen Jahren“, sprach er die türkis-blaue Liaison an. „Verbrecher“ und „Gauner“ hätten diese jedoch zu Fall gebracht.

Auch von anderer Seite ortet Hofer eine Bedrohung auf Österreich zukommen: Schon jetzt sei Mohammed einer der beliebtesten Vornamen in Wien. „Der Islam ist nicht Teil unserer Geschichte. Der Islam ist nicht Teil unserer Kultur. Und er wird nie Teil unserer Geschichte und Kultur sein“, machte der FPÖ-Chef vor seinen Anhängern klar. Immerhin stelle „die Kultur des Islam“ die „größte Gefahr für die Gesellschaft“ dar.

Aber auch vor dem 16-jährigen Mädchen aus Schweden warnte Hofer eindringlich: „Wir brauchen keine Schülerin aus dem Norden Europas, die uns erklärt, wie wir zu leben haben“, meinte er über die Klimaaktivistin Thunberg. „Jede Stimme für die FPÖ ist eine Stimme für die Heimat“, lautete daher das Resümee des sichtlich angeschlagenen Spitzenkandidaten, der nach dem Abspielen der Bundeshymne unter Jubel abtrat.




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