Letztes Update am Sa, 28.09.2019 07:21

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Explosionen bei Präsidentschaftswahl in Afghanistan



Nur gut eine Stunde nach Öffnung der Wahllokale in Afghanistan hat es in mehreren Städten Explosionen gegeben. Nach Behördenangaben wurden am Samstag Vorfälle aus Kabul, Dschalalabad, Ghani und Kandahar gemeldet. In Kandahar habe es mindestens drei Verletzte gegeben, sagte ein Sprecher des Provinzgouverneurs. Ein Arzt des Mirwais-Krankenhauses sprach dagegen von 15 Menschen in Spitalsbehandlung.

Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand. Im Vorfeld der Präsidentschaftswahl hatten die radikal-islamischen Taliban mit Anschlägen gedroht und die Bevölkerung aufgefordert, die Wahl zu boykottieren.

Die Taliban kontrollieren derzeit mehr Territorium als zu irgendeinem Zeitpunkt seit ihrem Sturz durch die USA im Jahr 2001. Eine Einigung zwischen den USA und den Taliban, die in ein Friedensabkommen zwischen der Regierung in Kabul und den Islamisten hätte münden können, war kürzlich nach langen Verhandlungen gescheitert.

Für die Wahl haben sich trotz der Drohungen der Taliban rund 9,7 Millionen der schätzungsweise 34 Millionen Afghanen registrieren lassen. Mehr als 100.000 Sicherheitskräfte sollen Zwischenfälle während der Abstimmung verhindern. Mehr als 400 Wahllokale öffneten wegen der Drohung der Taliban nicht. Aus Sicherheitsbedenken dürften auch mehrere Hundert weitere Wahllokale geschlossen werden.

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Die ersten Wahllokale öffneten am Samstag um 5.30 Uhr (MESZ). „Die Abstimmung hat im ganzen Land angefangen und wir sind froh, dass Menschen schon in langen Schlangen vor den Wahllokalen stehen, um ihre Stimme abzugeben“, sagte der Sprecher von Afghanistans Unabhängiger Wahlkommission, Sabi Sadaat, zu diesem Zeitpunkt der Nachrichtenagentur AFP.

Realistische Chancen auf einen Sieg haben der amtierende Präsident Ashraf Ghani und sein Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah. Vorläufige Ergebnisse werden am 19. Oktober erwartet. Kann kein Kandidat mehr als 50 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang auf sich vereinen, geht es in eine Stichwahl der beiden bestplatzierten Kandidaten.




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