Letztes Update am Sa, 28.09.2019 09:31

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Steirischer Ex-Landesrat Gerhard Hirschmann gestorben



Der ehemalige steirische ÖVP-Politiker Gerhard Hirschmann ist tot. Wie Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) Samstagfrüh in einer Aussendung mitteilte, starb der ehemalige Landesrat am Freitag während einer Zugfahrt von Wien nach Graz an einem Herzinfarkt. Hirschmann wurde 68 Jahre alt.

Schützenhöfer sagte, Hirschmann sei ein „großer Intellektueller Denker und ein äußerst sensibler, auch verletzlicher Mensch und politischer Visionär“ gewesen: „Als Leiter des Afro-Asiatischen Instituts, als Abgeordneter und als Landesrat hat er stets den Blick über den eigenen Zaun hinaus gewagt und eine Politik der Liberalen Offenheit und Weite verfolgt - auch gegen den Widerstand in den eigenen Reihen.“ LHStv. Michael Schickhofer (SPÖ) würdigte Hirschmann in einer Aussendung als „Ideengeber, kreativen Kopf und Anpacker“ für die Steiermark: „Was viele für unmöglich hielten, machte er möglich. Gerhard Hirschmann hatte das Format des aktiven Gestalters.“

Gerhard Hirschmann wurde am 28. April 1951 im oststeirischen Gnas geboren. Er promovierte in Graz 1975 zum Doktor der Rechte und war ein Jahr lang als Journalist bei der „Kleinen Zeitung“ tätig. Von 1979 bis 1981 war er Geschäftsführer der VP-Denkwerkstätte „Modell Steiermark“, dann Landesgeschäftsführer der Volkspartei und seit Mai 1983 Mitglied des steirischen Landtags.

In den Jahren 1989 bis 1993 dirigierte Hirschmann den VP-Landtagsklub, bis 1996 war er geschäftsführender Landesparteiobmann. 1993 folgte der nächste Karriereschritt: Hirschmann wurde Landesrat mit den Kompetenzen Personal, Naturschutz und Sport, 1995 bekam er noch den Tourismus dazu, im Jahr 2000 - nach der erfolgreichen Landtagswahl - auch das Kulturressort.

Im Mai 2003 vollzog Hirschmann schließlich - nach 25 Jahren in der Politik - den Wechsel in die Wirtschaft: Es begann eine kurze, bald von heftigen Turbulenzen überlagerte Karriere im EStAG-Vorstand, aus dem er im Juli 2004 nach Suspendierung endgültig ausschied. Nach einem Zerwürfnis mit dem - wenig später zurückgetretenen - Wirtschaftslandesrat Herbert Paierl (ÖVP) entschloss er sich schließlich, mit einer eigenen Liste, der „Liste Hirschmann“, zur Landtagswahl 2005 anzutreten, bei der er den Einzug in den Landtag aber mit 2,05 Prozent der Stimmen verpasste.




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