Letztes Update am Sa, 28.09.2019 14:46

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Pilz flog in der Lugner-Klasse ins Finale



Die Liste JETZT hat sich keinen eigenen Wahlkampfabschluss geleistet. Stattdessen flog Spitzenkandidat und Parteigründer Peter Pilz in der Lugner-Klasse ins Finale: Am Samstag bot der ehemalige Grüne in Gegenwart von Promi-Baumeister Richard Lugner rhetorisch alles auf, was ihm eventuell doch noch ein weiteres Mal den Einzug ins Hohe Haus sichern könnte. Auch Lugner outete sich dabei als Pilz-Fan.

„Ich schätze Sie sehr!“ Zumindest der Segen des Baumeisters in dessen Innenstadt-Kathedrale, der Lugner City, war Pilz sicher. Wie Muhammad Ali sei Pilz eingezogen und: „Wenn ich mir die Leute heute anschaue glaube ich, sind Sie nicht unbeliebt“. Tatsächlich hatte Pilz eine kleine aber laute Schar an Fans mitgebracht, die dem Parteigründer an den Lippen hingen, Pilz selbst brachte ein „Best of Böse“ jener Politik, der er den Kampf angesagt hat.

Ganz oben auf der schwarzen Liste von Pilz stand abermals ÖVP-Chef und Ex-Kanzler Sebastian Kurz. „Jetzt braucht der riesige türkise Hintern einen Stachel“, lautete Pilz‘ letzte Kampfansage vor der Nationalratswahl am Sonntag, weswegen auch die von ihm ersehnte politische Hängematte warten müsse. Klar sei auch, dass man als einzige kandidierende Partei nicht mit Kurz, der niemanden außer sich selbst ans Steuer lassen werde, aber: „An uns kommt niemand vorbei.“

Mehr Applaus als einst für Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ortete Lugner in seiner City. Es sei heute „kein Kunstwerk, den Strache zu schlagen“, relativierte Pilz. Zu Wort kam der redefreudige Baumeister kaum. „Tun Sie noch a bisserl!“, forderte er Pilz auf, der sich an diesem Tag in einer Liga mit Helmut Brandstätter (NEOS), Wolfgang Gerstl (ÖVP) oder Michel Raimon (Grüne) wiederfand, die im Shopping Center ebenfalls ihr Wahlkampf-Programm abspulten.

Pilz‘ Lieblingsthemen durften da natürlich nicht fehlen, angefangen bei den flugunfähigen Eurofightern über islamische Hassprediger bis hin zu angeblichen „Spekulationen“ mit Pensionsgeldern. In Wort und Schildern dominierte aber die „Ibiza“-Stimmung, Pilz kündigte abermals - im Falle eines Einzugs - an, einen Untersuchungsausschuss zur Causa mitsamt Kurz als Zeugen einzufordern.

Hinter Pilz hatte sich auch dessen Team, das diesmal auch wirklich eines sei, postiert. Parteichefin Maria Stern lobte er als eine der besten Frauen der Republik, Ex-SPÖ-Mandatarin Daniela Holzinger wisse aus ihrer ehemaligen Partei, was ein politischer „Wackelpudding“ sei. Pilz‘ Buhlen erfasste sogar den honorigen Gastgeber: „Ich hoffe, dass die Stimme von Richard Lugner die entscheidende Stimme für uns ist.“




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