Letztes Update am Sa, 28.09.2019 18:04

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Weißhaidinger schaffte es als Zwölfter ins Diskus-WM-Finale



Eine Zitterpartie wie vor einem Jahr bei der EM in Berlin hatte Lukas Weißhaidinger vermeiden wollen, jedoch erlebte er am Samstagabend bei der WM in Doha ein Deja-vu. Als Qualifikations-Zwölfter schaffte er gerade noch den Einzug in das Finale am Montag (20.15 Uhr MESZ). Für den Oberösterreicher begann der Abend mit einem Schock, sein schwarzer Lieblings-Diskus war abgelehnt worden.

33 mal hatte Weißhaidinger heuer bereits über 63,31 m geworfen und in jedem seiner 13 Wettkämpfe war er letztlich besser als in der Quali im Wüsten-Emirat gewesen. Nach Platz sechs in Gruppe A musste er bis zum letzten Wurf der Gruppe-B-Teilnehmer warten, bis er aufatmen konnte. Genau sechs Athleten waren besser als er, das ergab Gesamtrang zwölf, was reichte. „Da habe ich ja jetzt Glück im Unglück gehabt“, sagte Österreichs Medaillenhoffnung aufatmend.

Nachdem Weißhaidinger das Stadion-Oval betreten hatte, wartete eine böse Überraschung auf den Dritten der Jahresweltbestenliste. Sein schwarzer Diskus, mit dem er im Vorjahr EM-Bronze errungen hatte und heuer Gesamtzweiter der Diamond League geworden war, war abgelehnt und nicht aufgelegt worden. Er musste zum grünorangen Ersatzgerät greifen, den er noch nie im Wettkampf verwendet hatte.

Diskussionen führten nicht zum gewünschten Erfolg. Auf einem Zettel sei gestanden, dass Gewicht und Maße passen, aber eine Beschädigung vorliege. „Zu mir haben sie gesagt, dass eine Delle drinnen ist, an der ich mich theoretisch wie bei einem Haken festhalten kann, damit ich mehr Grip beim Abwurf habe“, erzählte Weißhaidinger. Er werfe ihn schon seit zwei Jahren, und noch nie sei etwas beanstandet worden. „Das einzige Mal, wo mir so etwas passiert ist, war bei der oberösterreichischen Landesmeisterschaft, wo ein Kampfrichter übermotiviert war.“

Da er am Vorabend zwei Disken abgegeben habe, lag dann zumindest das Ersatzgerät auf. „Das fühlt sich natürlich anders an“, erklärte Weißhaidinger, der den Ärger darüber rasch beiseiteschieben musste. „Ich musste mich schnell damit abfinden und auf den Wettkampf konzentrieren, aber gefühlsmäßig war das natürlich schon ... es beschäftigt dich natürlich, wenn das Arbeitsgerät, das du das ganze Jahr verwendest, nicht da ist“, versuchte Weißhaidinger sich seinen Ärger nicht anmerken zu lassen.

„Beim Einwerfen hat es dann eh sehr gut funktioniert, in der Quali habe ich es nicht ganz rübergebracht. Es war ein komischer Wettkampf, wir haben alle nicht recht reingefunden.“ Vielleicht habe es am Wind oder der Kälte gelesen, die reingeblasen wurde. Weil die Klimaanlage mal aufgedreht, mal abgeschaltet war, wurde es dann plötzlich wieder heiß. „Wir haben uns alle ein bisschen schwergetan. Die Kampfrichter sind auch so pingelig genau, sie haben mich ein paar Mal in der Vorbereitung aus der Konzentration gebracht und einmal aus dem Ring zurückgerufen.“

Weißhaidinger war nicht der einzige Athlet, der zu einem Ersatzgerät greifen musste. Auch die Disken des Weltranglistenführenden Daniel Stahl und seines Landsmannes Simon Pettersson, die die Quali als Gesamt-Erster bzw. -Zehnter schafften, wurden abgelehnt. Auch jener des Polen Piotr Malachowski, der ausschied. Der Österreichische Verband wollte sich bemühen, für den schwarzen Diskus eine Final-Zulassung zu erhalten.




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