Letztes Update am So, 29.09.2019 10:44

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Hongkonger Polizei setzte Tränengas gegen Demonstranten ein



Die Hongkonger Polizei hat am Sonntag erneut Tränengas gegen Demonstranten eingesetzt. Nach einem Aufruf zu neuen Protesten hatten Polizisten im Einkaufsviertel Causeway Bay mehrere Menschen angehalten, durchsucht und festgenommen. Die Beamten wurden daraufhin von Demonstranten bedrängt, die Sprechchöre wie „Korrupte Polizisten“ riefen. Nach einem Flaschenwurf griff die Polizei zu Tränengas.

Tausende Demonstranten zogen anschließend weiter durch die Straßen. Bei einer „Einkaufstour“ im Einkaufszentrum „Festival Walk“ in Kowloon Tong gab es auch gezielte Aktionen gegen Geschäfte, die als pekingfreundlich gelten. Zudem wollten Schüler in Tsuen Wan nahe der Grenze zu China demonstrieren.

Schon am Samstag war es bei Protesten in der chinesischen Sonderverwaltungszone erneut zu Zusammenstößen gekommen. Zehntausende Hongkonger waren am Abend zum fünften Jahrestag der „Regenschirm-Proteste“ auf die Straße gegangen. Am Rande der friedlichen Massenkundgebung warfen einige radikale Demonstranten Steine und Molotowcocktails. Die Polizei setzte Tränengas, Wasserwerfer und Pfefferspray ein.

Die Aktivisten der Hongkonger Demokratie-Bewegung gehen seit fast vier Monaten gegen die Einschränkung demokratischer Rechte durch China auf die Straße. Die „Regenschirm-Bewegung“ hatte 2014 wochenlang für freie Wahlen in Hongkong demonstriert und damit den Grundstein für die derzeitigen Proteste gelegt.

Die Hongkonger Demokratie-Bewegung hatte am Freitag neue Proteste gestartet, die zunächst auf vier Tage angelegt sind. Die Aktivisten wollen damit vor den Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China am Dienstag ein Zeichen gegen Peking setzen.

Seit der Rückgabe 1997 an China wird Hongkong mit einem eigenen Grundgesetz nach dem Prinzip „ein Land, zwei Systeme“ autonom regiert. Die sieben Millionen Hongkonger stehen unter Chinas Souveränität, genießen aber mehr Rechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit, um die sie jetzt fürchten.




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