Letztes Update am So, 29.09.2019 17:59

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Vilimsky will Neustart für FPÖ als Oppositionspartei



FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky will angesichts der ersten Hochrechnungen einen Neustart für seine Partei. Man müsse „neue Gesichter in verantwortungsvolle Rollen holen“ , sagte er am Sonntag in einer ersten Reaktion. Zudem müsse man nun eine „Wählerrückholaktion“ starten, die sicher nicht wieder zehn Jahre dauern werde. Bei der kommenden Koalition sei ÖVP-Chef Sebastian Kurz am Zug.

„Es enttäuscht mich auf der einen Seite“, kommentierte Vilimsky die Verluste für die Freiheitlichen. Allerdings zeige es auch, dass die „rot-weiß-rote Wählerburg uneinnehmbar“ sei. Parteichef Norbert Hofer und der geschäftsführende Klubobmann Herbert Kickl hätten sich als Doppelspitze „hervorragend bewährt“.

Das voraussichtliche Wahlergebnis zeige aber auch, „dass wir einen Neustart machen müssen“, so Vilimsky. Ebenso kommunikativ wie auch im Controlling der Partei.

Vilimsky sieht die Zukunft der FPÖ angesichts des schwachen Wahlergebnisses in der Opposition. „Aus meiner Sicht ist das kein klarer Auftrag, die Koalition fortzusetzen“, sagte Vilimsky im ORF. Dafür habe der Wähler die FPÖ zu wenig gestärkt. Auch der langjährige FP-Politiker Andreas Mölzer empfahl der Partei den Gang in die Opposition.

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Für einen „Neustart“ der FPÖ sprach sich auch Udo Landbauer, der Landesobmann der niederösterreichischen Freiheitlichen aus. Die Wähler hätten der Partei „die gelbe Karte gezeigt“. Das Ergebnis der Nationalratswahl sei angesichts der Vorfälle in den vergangenen Wochen „keine Überraschung“, führte Landbauer weiter aus. Es handle sich um ein „klares Warnsignal der Wähler“. Nachsatz: „Es gibt nichts schönzureden.“ Die „beschädigte Marke FPÖ“ müsse wieder klar als „starke und einzige soziale Heimatpartei in diesem Land“ positioniert werden, sagte der niederösterreichische Landesobmann.

Der Chef der Tiroler FPÖ, Markus Abwerzger, hat sich nach der ersten Hochrechnung der Nationalratswahl klar dafür ausgesprochen, in Opposition zu gehen. Das Ergebnis zeige einen „klaren Wählerwillen“, sagte Abwerzger im Gespräch mit der APA. Parteichef Norbert Hofer sitze fest im Sattel, eine Debatte müsse man dagegen über den ehemaligen Obmann, Heinz-Christian Strache, führen, sagte er.

Für einen Parteiausschluss Straches wollte sich Abwerzger aber noch nicht aussprechen, sondern erst die Parteigremien am Dienstag zusammenkommen lassen. Die derzeitige Doppelspitze, bestehend aus Norbert Hofer und Herbert Kickl, halte er dagegen für richtig, „sonst wäre das Ergebnis noch schlechter ausgefallen“, meinte der Tiroler FPÖ-Chef.

Auf dieses „katastrophale Ergebnis“ hinauf gäbe es nun „internen Klärungsbedarf“ hinsichtlich der Spesenaffäre, die laut Abwerzger letztlich zu diesem Resultat geführt hätte. „Die Wahl hat uns faktisch zehn Jahre zurückgeworfen“, räumte er ein. Allerdings werde man keine zehn Jahre brauchen, um wieder zu erstarken.




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