Letztes Update am So, 29.09.2019 18:44

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


SPÖ-Drozda gratuliert ÖVP und Grünen



SPÖ-Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda hat ÖVP und Grünen am Sonntag zum Wahlerfolg gratuliert. „Es gibt am heutigen Abend zwei klare Wahlsieger, die Grünen und die ÖVP, das ist neidlos anzuerkennen“, so Drozda im ORF. Personelle Konsequenzen bei der SPÖ werde es nicht geben, glaubt der rote Parteimanager.

„Wir haben uns ein besseres Ergebnis erwartet“, gestand Drozda ein. Man müsse aber noch die Auszählung der großen Städte abwarten. Ob die SPÖ in Regierungsverhandlungen eintreten will, sagte Drozda nicht. „Der heutige Abend ist der Wahlabend und das ist kein Abend der Koalitions- oder Sondierungsgespräche.“ Drozda geht aber davon aus, dass ÖVP-Chef Sebastian Kurz den Auftrag zur Regierungsbildung erhält.

Verhaltener Applaus war am Sonntagnachmittag nach der Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen in der SPÖ-Wahlzentrale zu hören. Bundesgeschäftsführer Drozda verwies darauf, dass es sich bei den ersten Werten um einen „Zwischenstand“ handle und hofft auf „die Städte und auf die Wahlkarten“. Das sagte er in einer ersten Reaktion.

Vor der Wahl habe es Umfragen gegeben, die die SPÖ sogar nur bei 20 Prozent oder auf Platz drei gesehen hätten, sagte Drozda. Angesichts dessen sei man noch glimpflich davongekommen, ließ er anklingen.

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Spitzenkandidatin Pamela Rendi-Wagner und er hätten „die SPÖ vor zehn Monaten übernommen“, berichtete Drozda von einer „schwierigen Zeit“. Die zwei Wahlkämpfe, die in dieser Zeit geschlagen wurden, waren ihm zufolge „nicht überragend erfolgreich“, gestand er ein. Doch Drozda gab sich weiter kämpferisch. „Wir werden den Weg weitergehen“, sagte er. „Und der Weg wird die SPÖ wieder an die Spitze führen“, so der Bundesgeschäftsführer.

Frauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek hat sich trotz der Niederlage der SPÖ bei der Nationalratswahl hinter Parteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner gestellt. Auf die Frage, ob die SPÖ nun eine neue Parteichefin brauche, sagte Heinisch-Hosek auf ATV: „Nein, keinesfalls“. Sie sei zwar enttäuscht vom Wahlergebnis, meinte Heinisch-Hosek, „aber wir werden den Weg mit Rendi-Wagner fortsetzen“.

Auch der stellvertretende SPÖ-Klubobmann Jörg Leichtfried hat sich klar gegen eine Obfrau-Debatte ausgesprochen. „Selbstverständlich wird sie (Parteichefin Pamela Rendi-Wagner) weiter Parteichefin bleiben“, sagte er vor Journalisten. Sie habe einen „beherzten Wahlkampf“ geführt. Dank Rendi-Wagner sei die SPÖ immerhin nicht unter 20 Prozent gelegen, wie es manche Umfragen vorausgesagt hätten. „Es ist ein enttäuschendes Ergebnis“, sagte Leichtfried. Die SPÖ habe eine türkis-blaue Mehrheit verhindern wollen, das sei nicht gelungen.

Der Chef der Tiroler Sozialdemokraten, Georg Dornauer, hat eine „Kurskorrektur“ als erste Reaktion auf die Hochrechnung zur Nationalratswahl gefordert. Offenbar habe die SPÖ im Wahlkampf nicht überzeugen können, daher müsse die Partei „ohne Scheuklappen und Tabus“ das Ergebnis besprechen, sagte er im APA-Gespräch. Trotz der Stimmeneinbußen will Dornauer, dass die SPÖ künftig mitregiert.

„In der SPÖ muss sich was ändern“, sagte Dornauer. Trotz guter Arbeit im Nationalrat, habe man kein besseres Ergebnis erzielen können. Auch junge Wähler zu gewinnen und der FPÖ „nach dieser skandalträchtigen Zeit“ Wähler abzuwerben sei nicht gelungen. „Die SPÖ hat die Wahl verloren“, meinte er.




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