Letztes Update am So, 29.09.2019 19:19

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


ÖVP-Triumph bei NR-Wahl, FPÖ-Absturz, Grünes Comeback



Die ÖVP hat bei der Nationalratswahl am Sonntag einen Triumph eingefahren. Laut aktualisierten Hochrechnungen von ARGE Wahlen und SORA kommt die Partei von Sebastian Kurz auf mehr als 37 Prozent der Stimmen - mit einen Rekord-Vorsprung vor der SPÖ, die knapp 22 Prozent erzielt. Die FPÖ stürzt ab, die Grünen schaffen fulminant den Wiedereinzug. JETZT scheitert klar.

Laut der Hochrechnung der ARGE Wahlen für die APA von 19.00 Uhr (Auszählungsgrad: 78 Prozent) kommt die Volkspartei auf 37,4 Prozent. Das bedeutet ein Plus von rund sechs Prozentpunkten gegenüber der Wahl 2017. Die SPÖ fährt mit 21,8 Prozent ihr historisch schlechtestes Ergebnis bei einer Bundeswahl ein und büßt fünf Prozentpunkte ein. Die FPÖ stürzt infolge des Ibiza-Videos und der Spesen-Affäre von Ex-Chef Heinz-Christian Strache ab: Von 26 Prozent 2017 auf 16,1 Prozent, was ein Minus von fast zehn Prozentpunkten bedeutet.

Einen Rekord verzeichnen auch die Grünen: Sie schaffen laut ARGE Wahlen nicht nur souverän das Comeback im Nationalrat, sondern übertreffen mit 13,8 Prozent auch ihr bisheriges Top-Ergebnis bei Nationalratswahlen von 2013, als 12,4 Prozent der Wähler für Grün votierten. 2017 hatte die Partei nur 3,8 Prozent erreicht, scheiterte damit überraschend an der 4-Prozent-Hürde und musste sich nach Jahrzehnten aus dem Nationalrat verabschieden.

Über ihr bisher bestes Ergebnis bei einer Nationalratswahl dürfen sich diesmal die NEOS freuen: Die Pinken kommen auf 7,8 Prozent und legen gegenüber der letzten Wahl (Ergebnis 2017: 5,3 Prozent) deutlich zu. Das Aus bedeutet die Nationalratswahl für die Liste JETZT: Die vom Ex-Grünen Peter Pilz gegründete Liste kommt nur auf 1,9 Prozent. 2017 schaffte die damals neue Liste mit 4,4 Prozent knapp den Sprung ins Parlament.

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Ähnlich präsentiert sich die Lage in der Hochrechnung von SORA/ORF (Auszählungsgrad 92 Prozent): Die ÖVP wird hier mit 37,2 Prozent ausgewiesen, die SPÖ mit 21,7 Prozent, die FPÖ stürzt auf 16 Prozent ab. Die Grünen liegen in dieser Hochrechnung bei 14 Prozent, NEOS legt auf 7,8 Prozent zu. Jetzt scheitert mit zwei Prozent.

Für die Mehrheitsfindung im Parlament bedeutet das, dass drei Zweier-Koalitionen möglich sind: Neben Türkis-Blau würden sich auch Türkis-Rot und eine Mehrheit zwischen ÖVP und Grünen ausgehen. Die ÖVP kommt laut ARGE Wahlen auf 72 Mandate, die FPÖ auf 31, was eine Mehrheit von 103 Sitzen bedeuten würde.

Die SPÖ kommt auf 41 Sitze, die Grünen auf 25. Damit hätte Türkis-Rot eine Mehrheit von 113 Mandaten, Türkis-Grün eine knappe Mehrheit von 97 Sitzen.

In den Hochrechnungen sind jeweils Hochschätzungen für die Briefwahlstimmen mit eingepreist. Die Wahlbeteiligung liegt laut ARGE Wahlen und SORA bei knapp über 75 Prozent.




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