Letztes Update am Mo, 30.09.2019 14:37

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Peter Simonischek sieht nach NR-Wahl „historische Chance“



Durchaus erfreut über das Wahlergebnis zeigte sich der Burgschauspieler Peter Simonischek am Montagvormittag gegenüber der APA: „Wir (Brigitte Karner und ich) hoffen auf eine Koalition, bei der die Jungen mitgenommen werden... Da es sich rechnerisch ausgeht, ist das eine historische Chance!“

„Das wäre auch europaweit ein wichtiges positives Zeichen, das wir jetzt gut brauchen können. Hoffentlich denkt man nicht zu kurz“, so Simonischek im Hinblick auf die bevorstehenden Koalitionsverhandlungen. An eine Kurz-Kogler-Koalition glaubt die Wiener Autorin Raphaela Edelbauer dagegen nicht. Zwar sei es für sie überraschend gewesen, „dass die Grünen fast an die FPÖ herangekommen sind“, angesichts der in vielen Themenfeldern weit auseinanderliegenden Positionen von ÖVP und den Grünen sei aber entscheidend, wie sehr der zuletzt eingeschlagene ÖVP-Regierungskurs doch vom bisherigen Koalitionspartner FPÖ bestimmt worden sei.

Anders verhalte es sich bei der Sozialdemokratie: „Türkis-Rot ist eine realistische Möglichkeit“, meint Edelbauer. Die SPÖ müsse dann jedoch alles daran setzen, sich gegen eine Dominanz der Kanzlerpartei zu wehren. In jedem Fall rechnet die Autorin, die im Herbst mit ihrem Roman „Das flüssige Land“ Chancen sowohl auf den Deutschen als auch auf den Österreichischen Buchpreis hat, mit langwierigen Koalitionsverhandlungen.

„Für mich ist das Ergebnis keine große Überraschung“, meinte der Schauspieler Erwin Steinhauer in einem Statement gegenüber der APA. „Die Österreicher waren und sind rechtskonservativ! Nur: Der Weg, den Kurz propagiert, braucht zwei rechtskonservative Parteien. Ich glaube nicht an die Türkis-Grüne Variante.“

Wesentlich optimistischer ist da Hans-Peter Wipplinger, Direktor des Wiener Leopold Museums: „Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich - und da bin ich nicht der Einzige - sehr glücklich darüber bin, dass die Freiheitliche Partei entsprechend abgestraft wurde.“ Man habe sich ja zwischenzeitlich gefragt, was man als Partei noch alles anstellen müsse, um Konsequenzen zu spüren. „Deshalb empfinde ich es als äußerst positiv, dass man für seine Aktivitäten und Korruptionen auch die Verantwortung tragen muss.“ Das biete eine echte Chance auf Veränderung: „Ich hoffe, dass in diesem Zusammenhang auch ein neuer Stil, eine neue Atmosphäre einzieht.“

Hierfür könne eine Kurz-Kogler-Koalition stehen, zeigte sich Wipplinger im APA-Gespräch zuversichtlich: „Ich finde es sehr positiv, dass nun die Option einer Türkis-Grünen-Koalition existiert. [...] Das wäre für mich schon die Wunschkonstellation.“ Hierdurch werde Stabilität und Kontinuität mit Zukunftsthemen verknüpft. Schließlich sei die Verschränkung der Klimathematik mit wirtschaftlicher Kompetenz die Herausforderung. Auch im Bereich der Kulturpolitik sieht Wipplinger Potenzial in dieser Verbindung. „Das Wichtigste ist, dass beide Parteien eine Affinität zu Kunst und Kultur haben.“ Wären die Grünen eher im Off-Bereich und der Alternativszene verankert, sein dies bei der ÖVP eher die etablierten Institutionen. „Aber auch das kann wieder im Kompromiss eine wunderbare Schnittmenge ergeben.“

Nun seien jedenfalls angesichts der anstehenden Zukunftsentscheidungen die Verhandler gefragt. „Im Sinne der Republik sollte man sich beeilen, das noch vor Weihnachten zustande zu bringen.“ Zugleich sei dank der Arbeit der Übergangsregierung auch nicht Feuer am Dach: „Lieber einen guten Vertrag ausverhandeln, der fünf Jahre hält, als die Bürger in zwei Jahren schon wieder an die Urnen zu rufen.“




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