Letztes Update am Mo, 30.09.2019 19:09

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Einstimmiger Freispruch von versuchtem Doppelmord in Wien



Ein 36-jähriger Mann ist am Montagabend am Wiener Landesgericht vom Vorwurf des versuchten Doppelmordes freigesprochen worden. Die Entscheidung der acht Geschworenen fiel einstimmig aus. Staatsanwalt Bernd Ziska gab vorerst keine Erklärung ab, der Freispruch ist damit nicht rechtskräftig.

Die Anklage hatten dem Filipino zur Last gelegt, am 17. November 2018 vor einer Veranstaltungshalle in Liesing im Zuge einer Streiterei aus nichtigem Anlass zwei junge Kroaten mit einem Klappmesser niedergestochen und schwer verletzt zu haben. Der Verdächtige hatte nach seiner Festnahme zugegeben, in Notwehr zugestochen zu haben - allerdings hatte die Polizei einen Somali-Dolmetscher als Übersetzer beigezogen, der sich auf Englisch mit dem kaum des Englischen mächtigen Mann unterhalten hatte. Für Verteidigerin Astrid Wagner erwirkte die Polizei so ein „falsches Geständnis“, wie sie in der Verhandlung sagte.

Wie ein von Wagner beantragtes Gutachten ergab, war auf der Tatwaffe die DNA des Angeklagten nicht nachzuweisen. Dafür fand DNA-Expertin Christina Stein an dem Messer das Blut eines Landsmanns des 36-Jährigen, der diesen mit drei weiteren Filipinos zu einer Weihnachtsfeier begleitet hatte, wo die Gruppe mit den Kroaten aneinandergeriet, die in einem nebenan gelegenen Saal an einer Tauffeier teilgenommen hatten. Letzten Endes erfolgte der Freispruch, obwohl eines der Opfer - ein 21 Jahre alter Bursch - im Verhandlungssaal den Angeklagten „hundertprozentig“ als Messerstecher wieder erkannt hatte.

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