Letztes Update am Mo, 30.09.2019 21:12

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erste Ergebnisse aus Briefwahl mit sehr starken Grün-Werten



Die Briefwahlauszählung läuft auf vollen Touren. Erste Ergebnisse Montagnachmittag bestätigten im Wesentlichen die Erwartungen der Hochrechner. Die Grünen schneiden bei den Briefwählern sehr stark ab; sie können mit 26 Mandaten (in der Urnenwahl waren es 23) rechnen. Die ÖVP muss sich darauf einstellen, letztlich nur 71 und nicht 73 (wie im vorläufigen Ergebnis vom Sonntag) zu bekommen.

Die SPÖ dürfte hingegen - anders als bei den letzten Wahlen - heuer durch die Briefwähler noch ein wenig einbüßen. Ihr 41. Mandat scheint jetzt gefährdet. Die FPÖ dürfte letztlich nicht 32, sondern 31 Nationalratssitze bekommen. Und NEOS profitieren nach den ersten Ergebnissen stärker als sonst von der Briefwahl: Sie können auf ein weiteres Mandat, also 15, hoffen.

Ausgezählt werden muss am Montag (und ein kleiner Teil noch am Donnerstag) die Rekordzahl von rund 952.000 Wahlkarten-Stimmen. Am Montag werten die 112 Bezirkswahlbehörden die vor der Wahl am Postweg oder bei den Bezirkswahlbehörden abgegebenen Briefwahlstimmen aus. Erste Ergebnisse aus fünf Bundesländern wurden bereits vom Innenministerium veröffentlicht; aus Niederösterreich, Tirol, Vorarlberg und Wien gab es noch keine Resultate.

Durch die Wahlkarten verändert werden nur die Bezirks-, Regionalwahlkreis-, Landesergebnisse und natürlich auch das Gesamtergebnis. Denn die Wahlkarten werden nicht auf die Gemeinden aufgeteilt - um das Wahlgeheimnis nicht zu gefährden.

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Montag am frühen Abend war die Auszählung der Briefwahlauszählung bereits fortgeschritten - Burgenland und Kärnten waren schon fertig -, aber ein Ende noch nicht absehbar. Nicht ganz sicher ist, ob das Ergebnis der „Briefwahl Tranche 1“ noch Montagnacht oder erst Dienstagvormittag vorliegt. Eine substanzielle Veränderung des Wahlausgangs ist zwar nicht zu erwarten, aber doch einige Bewegungen im Mandatsstand.

So muss sich der Wahlsieger ÖVP darauf einstellen, nicht alle 73 in der Urnenwahl eroberten Mandate zu behalten. Möglicherweise werden es aber nicht, wie ursprünglich von den Hochrechnern angenommen, zwei, sondern nur eines weniger. Denn laut einer Hochrechnung der ARGE Wahlen (bei einem Briefwahlauszählungsgrad von 38 Prozent) ist das 31. FPÖ-Mandat sehr schwach abgesichert - und könnte zur ÖVP wandern.

In dem am Sonntag verkündeten Ergebnis waren nur die Stimmen der Urnenwähler enthalten. Da mehr als eine Million Wahlkarten ausgegeben wurden, dürften noch rund 952.000 Stimmen fehlen, die entweder per Briefwahl oder in „fremden“ Wahlkreisen mittels Wahlkarte abgegeben wurden. Diese Stimmen werden in zwei Tranchen ausgezählt, der allergrößte Teil am Montag, der Rest am Donnerstag.

In Wien bescherten die Briefwähler den Grünen eine Premiere: Mit 20,60 Prozent (nach Auswertung der ersten Wahlkarten-Tranche) schafften sie dort ihr erstes Nationalratswahl-Ergebnis über der 20er-Marke. Wien-weit blieb die Reihenfolge - SPÖ, ÖVP, Grüne, FPÖ, NEOS - zwar gleich. Aber auf Bezirksebene nahmen die Grünen der SPÖ noch vier erste Plätze ab. ÖVP und NEOS bekamen durch die Briefwahl ein Wien-Mandat dazu.

Nach der Montags-Auszählung liegen die Grünen nun in zehn Wiener Bezirken vorne. Das ist mehr als die SPÖ oder die ÖVP für sich reklamieren dürfen, die in acht bzw. fünf Bezirken den ersten Platz erringen konnten.

In der Steiermark gewann - mit Auszählung der Briefwahl am Montag - die SPÖ das Duell der Wahlverlierer: Mit 19,3 Prozent wurden die Sozialdemokraten letztlich doch noch Zweite vor der FPÖ (18,5 Prozent) - die auch noch eines ihrer fünf Mandate vom Sonntag verlor. Erste war diesmal die ÖVP mit 39,0 Prozent; damit haben die Steirer in den letzten vier NR-Wahlen vier Varianten der Reihung geliefert.




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