Letztes Update am Di, 01.10.2019 12:01

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Strache verkündete „völligen Rückzug aus Politik“



Der frühere FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache hat am Dienstag angekündigt, sich völlig aus der Politik zurückzuziehen. Er will jegliche politische Aktivität einstellen und keine politische Funktion mehr anstreben. Außerdem wird er seine Parteimitgliedschaft ruhend stellen. Ihm gehe es darum, „eine Zerreißprobe und Spaltung der FPÖ um jeden Preis zu verhindern“, so Strache.

Er will die Vorwürfe, die gegen ihn erhoben werden - Stichwort Ibiza- und Spesen-Affäre - ausschließlich mit den Ermittlungsbehörden und nicht öffentlich aufarbeiten. Strache bestritt weiterhin, dass er sich irgendwelcher Vergehen schuldig gemacht habe und vermutet „bis heute nicht bekannte Kräfte“ hinter den „Verleumdungen“. „Für meine Fehler entschuldige ich mich abermals“, meinte Strache aber und versprach im Gegenzug, „dass ich die Aufklärung vorantreibe“.

Außerdem bedauerte der ehemalige FPÖ-Obmann, dass die Parteispitze laut seinen Angaben nicht das Gespräch gesucht habe. Den Freiheitlichen wünschte er dennoch alles Gute für die Vorstandssitzung am Dienstag.

Strache hat sich bei seiner persönlichen Erklärung nicht nur hinter seine „freiheitliche Familie“ gestellt. Auch seine Ehefrau Philippa, die in den Nationalrat einziehen will, sowie seinen Sohn verteidigte er. Der Ex-Parteichef und -Vizekanzler kündigte „rechtliche Konsequenzen“ für jene an, die seiner Familie geschadet hätten. Um wen genau es sich dabei handeln soll, verriet er nicht.

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Philippa Strache, die über ein Wiener Landes-Mandat in den Nationalrat kommen könnte und dies laut „oe24.at“ auch will, habe in den vergangenen Wochen und Monaten viel durchmachen müssen. „Ich möchte sie keine Sekunde länger leiden sehen“, sagte ihr Ehemann. Die FPÖ wiederum solle „weiterhin ein wichtiger Faktor“ in der Politik bleiben. Strache betonte auch seine „aufrichtige Verbundenheit“ mit dem freiheitlichen Lager.

Strache kommt mit seiner Entscheidung den FPÖ-Gremien zuvor, die am Nachmittag tagen. Zuvor hatte es Gerüchte gegeben, der frühere FPÖ-Chef könnte allenfalls mit einer eigenen Partei bei der Wiener Landtagswahl antreten.

FPÖ-Chef Norbert Hofer nahm die Ankündigung Straches „zur Kenntnis“. Darüber hinaus wollte er das Vorgehen im Vorfeld des Parteivorstandes nicht kommentieren. Hofer erklärte bei seinem Eintreffen im Hotel Fleming‘s in Wien-Josefstadt, bei den Gremiensitzungen gehe es um die künftige Aufstellung der Partei. Es seien auch am gestrigen „blauen Montag“ Telefonate geführt worden, um schon im Vorfeld Abklärungen zu treffen, so der Parteichef. FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker wollte wie auch die FPÖ-Obleute von Salzburg und Tirol, Marlene Svazek und Markus Abwerzger, bei seiner Ankunft gegenüber der APA keinen Kommentar abgeben. Zunächst gelte es die Gremien abzuwarten, hieß es.

Strache war wegen der „Ibiza-Affäre“ sowie der kurz vor der Wahl am Sonntag bekannt gewordenen Spesenaffäre parteiintern massiv unter Druck gekommen. Eine Reihe von FPÖ-Politikern hatte zumindest die Suspendierung der Mitgliedschaft des früheren Parteichefs gefordert, auch ein Parteiausschluss stand im Raum.




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