Letztes Update am Di, 01.10.2019 13:32

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Foda setzt auf Kontinuität im ÖFB-Team-Kader



Überraschungen sind erwartungsgemäß ausgeblieben: Österreichs Fußball-Teamchef Franco Foda setzt in den EM-Qualifikationsspielen gegen Israel (10. Oktober) und in Slowenien (13. Oktober) auf jene Akteure, die auch gegen Lettland (6:0) und in Polen (0:0) dabei waren. Dazu zählt der zuletzt für Peter Zulj nachnominierte Thomas Goiginger, der dem wieder fitten Anderlecht-Legionär vorgezogen wurde.

„Zulj hat letzte Woche erstmals wieder gespielt, Schöpfi (Anm.: Alessandro Schöpf) hatte einen Kurzeinsatz bei Schalke. Es gab harte Entscheidungen, andere Spieler hätten sich auch eine Einberufung verdient“, sagte Foda am Dienstag in Wien. Auf Änderungen verzichtete er aus einem Grund. „Die Mannschaft hat zuletzt sehr gut gespielt und darüber hinaus hat mich jeder Spieler in den Trainings und Spielen überzeugt“, erläuterte der 53-Jährige.

Martin Hinteregger hatte zuletzt gegen Polen aus disziplinären Gründen keine Rolle gespielt. „Martin hat einen Fehler gemacht. Es ist normalerweise üblich, dass man seinen Geburtstag feiert, aber es war der falsche Zeitpunkt. Ich habe sehr intensiv mit ihm darüber gesprochen und das Wichtigste war, dass er sich beim Trainerteam, Betreuerteam und auch der Mannschaft entschuldigt hat. Alles andere wurde intern mit dem Spielerrat erledigt, deshalb ist das Thema für mich erledigt“, verlautete Foda.

Mit einem neuerlichen Fehltritt des Frankfurt-Stammspielers, der während des letzten Teamcamps anlässlich seines 27. Geburtstages eine Partynacht einlegte, rechnet er nicht. „Ich gehe zu 100 Prozent davon aus, dass das nicht mehr passieren wird“, betonte der Ex-Sturm-Coach. Gut möglich ist, dass Hinteregger gegen Israel sein Comeback gibt und dessen überzeugender Ersatzmann Stefan Posch wieder ins zweite Glied rücken muss. Foda hielt sich alles offen.

„Ich habe gerade auf dieser Position die Qual der Wahl, werde mir einen Überblick verschaffen und dann eine Entscheidung treffen“, sagte der ÖFB-Teamchef. Gegen Lettland spielten Aleksandar Dragovic und Hinteregger im Abwehrzentrum, in Polen Dragovic und Debütant Posch. „Posch hat ein sehr gutes Spiel abgeliefert, seine Sache sehr gut gemacht. Für Trainer gibt es nichts Besseres, dass alle Spieler, wenn sie eingesetzt werden, gute Leistungen abliefern“, so Foda, der auch noch Philipp Lienhart als Alternative hat.

Gut ist für das ÖFB-Team, dass David Alaba nach seinem Muskelfaserriss im Adduktorenbereich rechtzeitig fit wurde. „Er hat seine Verletzung auskuriert, es geht ihm gut“, so Foda, der auf ein Comeback des Bayern-Linksverteidiger am (heutigen) Dienstag im Champions-League-Duell bei Tottenham hoffte.

Gegen Israel hat das ÖFB-Team nach dem Auswärts-2:4 am 24. März etwas gutzumachen. „Das Spiel hätte auch anders verlaufen können aufgrund unserer Tormöglichkeiten“, blickte Foda noch einmal zurück. Seit damals habe sich die israelische Mannschaft „schon verändert“. „Sie haben von der Formation und dem System zuletzt unterschiedlich agiert, wir werden uns auf alle Szenarien vorbereiten.“

Wie schon im Frühjahr kommt es zum Aufeinandertreffen mit Israels Teamchef Andreas Herzog. Die Wutrede des ÖFB-Rekordnationalspielers nach dem 2:3 in Slowenien war legendär. „Ich kenn ihn schon lange, er ist ein sehr umgänglicher, lustiger Typ. Im Fußball gibt es außergewöhnliche Situationen, da können solche Sachen schon passieren, Emotionen gehören zum Fußball dazu“, schilderte Foda.

Sein Team ist in der Qualifikation vier Spiele unbesiegt, ging dabei dreimal als Sieger vom Platz. „Das Selbstvertrauen ist sehr, sehr groß, das hat gerade das letzte Spiel in Polen gezeigt“, sagte der Deutsche. An die Leistung in Warschau gelte es anzuschließen. „Wir müssen genauso auftreten wie in Polen. Da war die Mannschaft sehr dominant und hat mit viel Mut und Risiko nach vorne gespielt.“ Erfolgsfaktoren gegen die Israeli seien zudem ein aggressives Spiel gegen den Ball und ein gutes Umschaltspiel. Eine Rolle soll zudem der „zwölfte Mann“ spielen. „Ich hoffe, dass das Stadion voll ist, auf einen Hexenkessel“, so Foda.

Die Gruppe G ist vier Runden vor Schluss noch sehr ausgeglichen, Polen (13), Slowenien (11), Österreich (10), Israel (8) und auch Nordmazedonien (8) dürfen sich noch Hoffnungen auf die ersten beiden Plätze und damit EM-Fixtickets machen. „Wir sind uns bewusst, dass wir es in der eigenen Hand haben. Auf uns warten ganz wichtige Spiele, wir müssen gegen Israel gewinnen“, gab Foda die Marschroute vor.

Die Vorbereitung dafür ist äußerst kurz. Nur zwei intensive Einheiten am Dienstag und Mittwoch stünden zur Verfügung. Zuvor müssen viele ÖFB-Akteure vor den Ligaspielen am Wochenende auch noch im Europacup antreten. Foda freute sich über den Erfolgslauf der ÖFB-Teams zum Start der Champions League (Salzburg) und Europa League (LASK und WAC): „Alle Mannschaften haben gut performt, das ist sehr positiv für den österreichischen Fußball. Und davon kann auch das Nationalteam profitieren.“




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