Letztes Update am Di, 01.10.2019 15:46

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Hebein will Klimaschutz in Wien noch stärker forcieren



Wiens Grüne Vizebürgermeisterin und Stadträtin Birgit Hebein sieht den Wahlerfolg ihrer Partei in der Bundeshauptstadt als Rückenwind für ihre Politik. „Für meinen Weg in Wien ist das ein klarer Auftrag, den Klimaschutz noch stärker in den Mittelpunkt meiner Politik zu stellen“, sagte sie am Dienstagnachmittag im APA-Gespräch.

Die Grünen haben bei der Nationalratswahl in Wien erstmals ein Ergebnis über 20 Prozent erreicht. Gleichzeitig ging man in zehn Bezirken als Nummer eins durchs Ziel. Zum Vergleich: Die SPÖ hat nach derzeitigem Stand - die letzten Wahlkarten werden am Donnerstag ausgezählt - acht Bezirke für sich entschieden. „Wir sehen auch, dass in den Bezirken, wo die Grünen normalerweise nicht sehr stark verankert sind, enorme Zuwächse verzeichnet haben - z.B. in meinem Heimatbezirk Rudolfsheim-Fünfhaus“, freute sich Hebein. Dort liegen die Grünen mit 28,9 Prozent nur knapp hinter den Roten (29,4) auf Platz zwei. Es gebe zudem nur drei Bezirke, wo man weniger als zehn Prozentpunkte dazugewonnen habe, freute sich die Vize-Stadtchefin.

Hebein betonte, dass sie mit Mittwoch 100 Tage im Amt sei. Und erinnerte dabei an Maßnahmen, die sich in Sachen Klimapolitik schon umgesetzt habe - von den „Coolen Straßen“ über das weitgehende Aus für fossile Heizungen im Neubau bis hin zum neu geschaffenen Klimarat. Das jetzige Wahlergebnis sehe sie als Bestätigung dieses Weges: „Ich werde jetzt nicht locker lassen.“

Dass die SPÖ auch in Wien deutlich in Richtung Grüne Stimmen verloren hat, sieht Hebein offenbar nicht als Belastung für die rot-grüne Stadtkoalition: „Wir arbeiten seit neun Jahren gut zusammen. Und ich gehe davon aus, dass Rot-Grün weiter gut zusammenarbeiten wird.“

Vorsichtig formulierte Hebein im Hinblick auf die Chance für eine türkis-grüne Koalition im Bund: „Wir sind selbstverständlich bereit, Verantwortung zu übernehmen und ernsthafte Gespräche zu führen. Ich finde es gut, dass Werner Kogler gemeint hat, er werde auf Sebastian Kurz zugehen und darüber reden, ob Verhandlungen überhaupt Sinn machen. Das unterstütze ich sehr.“ Aber es liege am ÖVP-Chef, stimmte die Ressortchefin in die derzeitige grüne Sprachregelung mit ein. „Es braucht jetzt schon eine klare Bereitschaft von Herrn Kurz, ob er einen anderen Kurs für unser Land einschlagen will oder nicht. Der Wahlkampf ist vorbei. Ob Veränderung möglich ist, bleibt abzuwarten.“




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