Letztes Update am Di, 01.10.2019 17:49

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Eike Schmidt sagt als KHM-Generaldirektor ab



Laut der Tageszeitung „Die Presse“ hat der designierte Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums (KHM), Eike Schmidt, einen Monat vor Amtsantritt telefonisch abgesagt. „Die kurzfristige Absage ist höchst unprofessionell und eigentlich beispiellos“, wird Kulturminister Alexander Schallenberg in dem Artikel zitiert. Der deutsche Kunsthistoriker dürfte Leiter der Uffizien in Florenz bleiben.

„Das Kapitel Eike Schmidt ist damit abgeschlossen. Jetzt geht es darum, rasch für klare Verhältnisse zu sorgen. Deswegen habe ich die ehestmögliche Ausschreibung der wissenschaftlichen Geschäftsführung veranlasst“, so Schallenberg. Der Minister hat Sabine Haag gebeten, das KHM weiterhin interimistisch zu führen. Am Freitag soll es ein Treffen zwischen dem Minister und Schmidt geben, heißt es weiter. Schmidt hätte sein Amt am 1. November antreten sollen.

Im Kunsthistorischen Museum bestätigt man der APA, dass Geschäftsführung und Kuratorium des Hauses am Dienstagnachmittag vom Kulturminister darüber informiert wurden, dass Eike Schmidt in Florenz bleibe. Generaldirektorin Haag ist am Dienstag zur „Maximilian“-Ausstellung nach New York geflogen. Man stehe laufend mit ihr in Kontakt. Für morgen wurde eine Mitarbeiterversammlung angesetzt.

„Wir wissen noch sehr wenig. Doch wir begegnen der neuen Situation mit großer Gelassenheit: Wir haben eine aufrechte und intakte Geschäftsführung und eine detaillierte Planung bis weit in 2020/21 hinein“, sagte der kaufmännische Geschäftsführer Paul Frey im Gespräch mit der APA. Frey, der selbst einen Vertrag bis 2021 besitzt, hatte vom 1. September 2017 „bis in die letzten Tage“ die Übergabe auf die neue Geschäftsführung vorbereitet, die mit Ende Oktober auch formal vollzogen werden sollte. Ob er sich nun düpiert fühle, wollte er nicht kommentieren: „Meine Gefühle spielen gar keine Rolle.“




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