Letztes Update am Mi, 02.10.2019 13:17

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


WAC bleibt auch gegen AS Roma auf der Jagd



Der Wolfsberger AC will wieder Jagd machen. Nach Borussia Mönchengladbach wartet auf die Kärntner in der Europa League mit der AS Roma der nächste Gegner mit Namen und Historie. Davon beeindrucken wollen sich die WAC-Akteure am Donnerstag (18.55 Uhr/live DAZN) nicht lassen. Im Ausweichquartier in Graz-Liebenau hoffen die Wolfsberger auf die nächste große Überraschung.

„Wir wollen den Takt wie in Gladbach von der 1. Minute an vorgeben. Wir wissen, welcher Koloss da auf uns zurollt, gleichzeitig wollen wir uns richtig teuer verkaufen“, sagte Gerhard Struber. Das 4:0 bei der Borussia vor zwei Wochen ließ die Augenbrauen nicht nur in Österreich hochgehen. Die bei ihrem Gruppen-Auftakt gegen Istanbul Basaksehir ebenfalls 4:0 erfolgreiche Roma schätzte der WAC-Trainer noch ein Stück stärker als den deutschen Bundesligisten ein. „Es ist ein Gegner mit einer komplett anderen Strategie, gespickt mit unglaublicher individueller Qualität.“

Namentlich nennt Struber Bosniens Teamstürmer Edin Dzeko, den serbischen Linksverteidiger Aleksandar Kolarov oder Justin Kluivert, den 20-jährigen Sohn des ehemaligen Niederlande-Stars Patrick Kluivert. „Dzeko ist ein Stürmer, der fast aus dem Nichts ein Tor machen kann. Er ist mit Kopf und auch mit dem Fuß extrem gefährlich“, berichtete Struber. Der 33-Jährige traf auch bei Romas 1:0 gegen Lecce am Wochenende entscheidend. In sieben Pflichtspielen in dieser Saison war Dzeko bereits fünfmal als Torschütze erfolgreich.

Der WAC setzt Torjäger Shon Weissman, den in Gladbach doppelt erfolgreichen Mario Leitgeb, Spielmacher Michael Liendl oder Abwehrchef Michael Sollbauer dagegen. Wie beim Sensationssieg beim Gruppen-Auftakt in Deutschland soll das eingespielte Kollektiv etwaige spielerische Defizite ausgleichen. „Wir wollen richtig frech und mutig drauflos jagen, Romas Spieler zur Verzweiflung bringen“, erklärte Struber, der die Pressing-Maschinerie wieder anwerfen möchte. So hatte der WAC in Gladbach nur 31 Prozent Ballbesitz, die entscheidenden Attacken saßen jedoch.

Auch die Roma „zelebriere“ laut Struber unter Trainer Paulo Fonseca den Ballbesitz. Der aktuelle Tabellenvierte der Serie A habe sich unter dem Portugiesen in seiner taktischen Ausrichtung ein Stück weit verändert. Fonsecas Vorgänger Eusebio Di Francesco lernte Struber vergangenen Dezember persönlich kennen, als der Salzburger eine Woche lang bei Roms Traditionsclubs Lazio und Roma hospitierte. Von einer herzlichen Atmosphäre bei den Gelb-Roten berichtete Struber. Dass die von Verletzungssorgen geplagten Römer nicht mit der stärksten Formation antreten könnten, ist kein Thema. Qualität würden auch die anderen Kaderspieler mitbringen.

Beim WAC steht die Elf, Verletzungen plagen die Lavanttaler vor ihrem Heimdebüt in der Europa League keine. Auch beim 2:2 gegen die WSG Tirol am Samstag setzten die Kärntner auf ihre Stammformation. Die Eingespieltheit sollte Sicherheit geben. In der Merkur Arena absolvierte der WAC am Mittwochabend das einzige Training vor dem Spiel. Den Rasen kennen die Kärntner aus der Liga, man habe deshalb „ein bisschen mehr Kenntnis als Roma“ (Struber). Die Italiener absolvierten ihr Abschlusstraining am Mittwochvormittag noch daheim, in Graz stand keine Einheit mehr auf dem Programm.

Die UEFA befindet sich in Graz bereits seit Montag vor Ort, um die Arena spielbereit zu machen. Diese ist in der Europa League für 15.000 Zuschauer zugelassen, der WAC hatte einen Tag vor der Partie 10.000 Karten verkauft. Aus Italien haben sich exakt 1.111 Fans angesagt. Aus Kärnten werden am Spieltag dank einer Aktion des Clubs gemeinsam mit dem Land 30 Busse mit Fans nach Graz aufbrechen.




Kommentieren