Letztes Update am Mi, 02.10.2019 14:57

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


SJ Gänserndorf hat Kurz als „Sensenmann“ gepostet



Die Sozialistische Jugend (SJ) Bezirk Gänserndorf hat Sebastian Kurz (ÖVP) auf Facebook als „Sensenmann“ gepostet. Damit verbunden war eine Warnung an die Grünen: „Wisst, mit wem ihr euch einlasst!“. Erst Mitte August hatte die lokale SJ mit einem türkis-blauen Dosenschießen für Kritik gesorgt.

Der Facebook-Post mit dem ÖVP-Chef samt blutiger Sense, der SPÖ (2017) und FPÖ (2019) hinter sich gelassen hat und nun bei den Grünen anklopft, stammt vom Abend des Wahlsonntags. „Kurz könnte leichtes Spiel wittern und die Grünen als Steigbügelhalter missbrauchen, wenn sie auf ihn eingehen“, schreibt die SJ. Und: „Eine erkämpfte CO2-Steuer ist vielleicht das Leid der Menschen hinter den Zäunen der Kurz‘schen Festung Europa nicht wert.“

Man habe im Zusammenhang mit der Nationalratswahl „eine ganze Reihe von An- und Untergriffen einzelner SPÖ-Vertreter und Organisationen erlebt“, reagierte Bernhard Ebner, Landesgeschäftsführer der Volkspartei Niederösterreich. Er erinnerte, dass auch „noch nie so viele Plakate, Transparente und Landschaftselemente in Niederösterreich zerstört“ worden seien wie diesmal. „Die SPÖ muss jetzt schnell wieder zu einem vernünftigen Weg zurück finden“, so Ebner.

„Es ist ein Cartoon, der satirisch das Verlassen zweier Koalitionen zeigt“, stellte Wolfgang Kocevar, Landesgeschäftsführer der SPÖ Niederösterreich, zu dem Facebook-Post der Sozialistischen Jugend (SJ) Bezirk Gänserndorf fest. „Sparen wir uns die Pseudoempörung und Skandalisierungen und versuchen wir doch, wieder ein wenig Normalität in die Politik Österreichs zu bekommen.“

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Es müsse gestattet sein, Sebastian Kurz (ÖVP) „sachlich oder auch ein wenig pointierter zu kritisieren“, so Kocevar in einer Stellungnahme. Er rief dazu auf, wieder „ehrliche, themenbezogene Politik“ in Österreich Platz greifen zu lassen, die „Skandalisierungsversuche und Wehleidigkeit hinten anzustellen“ und „in den Arbeitsmodus zu kommen“.

Am 17. August hatte die SJ Bezirk Gänserndorf für eine Aktion auf dem Familienfest der SPÖ in Groß Enzersdorf gesorgt. Besucher konnten auf Dosen mit Fotos von Mitgliedern der ehemaligen türkis-blauen Bundesregierung schießen. Dafür kam zwei Tage später eine Entschuldigung des SJ-Bezirksvorsitzenden Patrick Hansy. SJNÖ-Landesvorsitzende Melanie Zvonik bezeichnete die Reaktionen auf das Dosenschießen gleichzeitig als „völlig überzogen“.

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner sah das anders. Die SJ Bezirk Gänserndorf sei mit dem türkis-blauen Dosenschießen „im wahrsten Sinne übers Ziel geschossen“, sagte sie damals.




Kommentieren