Letztes Update am Mi, 02.10.2019 22:03

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU-Literaturpreis an Laura Freudenthaler verliehen



Die Salzburger Autorin Laura Freudenthaler hat am Mittwoch den mit 5.000 Euro dotierten Literaturpreis der Europäischen Union 2019 für ihren im Frühjahr erschienenen Roman „Geistergeschichte“ entgegengenommen. Freudenthaler freut sich über den internationalen Preis, da ihrem Werk dadurch thematisch auf europäischer Ebene Bedeutung zugesprochen werde, wie Freudenthaler der APA in Brüssel sagte.

Damit gehe auch die Möglichkeit für Übersetzungen einher, die viel Geld kosteten, so die 1984 geborene Autorin. Förderungen dafür seien kulturpolitisch „wahnsinnig wichtig“, da dadurch international eine bessere Vernetzung möglich sei.

Freudenthaler sieht das, was sie macht, als politisch an, aber „nicht auf einer oberflächlichen Ebene“ in Form von tagesaktuellen Kommentaren. „Ich bin aber der Meinung, dass es politisch ist, sich mit zwischenmenschlichen Dynamiken auseinanderzusetzen und eine Form zu finden; wenn man versucht, zu begreifen, wie Menschen leben.“ In „Geistergeschichte“ erzählt die heute in Wien lebende Autorin mit großer Intensität die Geschichte einer Entfremdung.

Für Freudenthaler ist der Europäische Literaturpreis nicht die erste Auszeichnung. Für ihr Romandebüt „Die Königin schweigt“ (2017) erhielt sie den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis. 2014 erschienen die Erzählungen „Der Schädel von Madeleine. Paargeschichten“.

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Der scheidende EU-Kulturkommissar Tibor Navracsics, die finnische Bildungsministerin Hanna Kosonen und Sabine Verheyen, Vorsitzende des EU-Parlamentsausschusses für Kultur und Bildung, überreichten am Mittwoch den EU-Literaturpreis an 13 weitere europäische Autoren: Piia Leino (Finnland), Sophie Daull (Frankreich), Réka Mán-Várhegyi (Ungarn), Beqa Adamashvili (Georgien), Nikos Chryssos (Griechenland), Jan Carson (Irland), Giovanni Dozzini (Italien), Daina Opolskaite (Litauen), Marta Dzido (Polen), Tatiana Tibuleac (Rumänien), Ivana Dobrakovová (Slowakei), Haska Shyyan (Ukraine) and Melissa Harrison (Großbritannien).

Der mit Preis wird seit 2009 jährlich an eine andere Gruppe von Ländern vergeben, die sich am Programm Creative Europe der Europäischen Kommission beteiligen. In jedem dieser Länder bestimmt eine nationale Jury die jeweiligen Gewinner. Die österreichische Jury bestand dieses Jahr aus dem Verleger Alexander Potyka, der Autorin Carolina Schutti (Preisträgerin 2015), der Literaturkritikerin Brigitte Schwens-Harrant, der Übersetzerin Nathalie Rouanet-Herlt und dem Buchhändler Karl Pus.




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