Letztes Update am Do, 03.10.2019 15:25

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


17 Jahre für 21-jährigen Kärntner wegen Mordes an Mutter



Ein 21 Jahre alter Kärntner ist am Donnerstag am Landesgericht Klagenfurt wegen vorsätzlichen Mordes zu 17 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Mann hatte am 29. März seine 52 Jahre alte Mutter totgeprügelt. Vor Gericht war er geständig, nach der Urteilsverkündung erbat er drei Tage Bedenkzeit. Das Urteil ist damit nicht rechtskräftig.

Die Geschworenen hatten sich einstimmig für vorsätzlichen Mord entschieden, Verteidiger Gernot Hobel hatte zuvor auf Totschlag plädiert. Richter Dietmar Wassertheurer erklärte, angesichts einer einschlägigen Vorstrafe - im Dezember 2018 hatte er seine Mutter schon einmal verprügelt - und aus generalpräventiven Erwägungen halte der Senat 17 Jahre Haft für angemessen, als mildernd galt lediglich das Geständnis. Staatsanwältin Karin Schweiger gab keine Erklärung ab.

In der Verhandlung präsentierte sich der Angeklagte als eigentlich völlig friedlich, nur mit seiner Mutter sei er eben nicht zurechtgekommen. Sie sei schuld daran gewesen, dass sein Vater - ein schwerer Alkoholiker - die Familie verlassen habe. Sie habe ihn auch nie unterstützt und immer nur schlechtgemacht. Zudem versuchte er, die Handlungen auf seinen Rausch auszureden. „Da war ich grantig und habe meine Wut ausgelassen.“ Richter Wassertheurer fragte dann, wie lange diese Wut schon in ihm gewesen sei. „Schon längere Zeit“, sagte der 21-Jährige. Ausgezogen sei er deshalb nicht, weil er weder Geld noch Wohnung gehabt habe.

Er habe ständig nach Arbeit gesucht, aber keinen Job gefunden. Seine Mutter habe ihm nie geholfen, sondern ihn ständig nur beschimpft und als unfähig bezeichnet. Der Richter hielt dem entgegen, dass er seine Mutter drei Monate vor der Tötung schon einmal geschlagen hatte und dafür auch verurteilt worden war. Trotzdem habe sie ihn wieder aufgenommen, sie habe ihm also sehr wohl geholfen. „Sie hat Sie aufgenommen, obwohl sie Angst vor Ihnen hatte.“

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Der Mann hatte am 29. März seine Mutter mit einer Serie von Faustschlägen und Hieben mit einem Holzschemel tödlich verletzt. Nach den Faustschlägen versuchte die Frau, so Staatsanwältin Schweiger in ihrem Plädoyer, davonzukriechen, dabei weinte sie. Der Sohn packte den von ihm selbst gebauten Holzschemel und schlug auf Kopf und Körper der Frau ein. Danach legte er sie ins Bett und ging eine Zigarette rauchen. Anschließend würgte er sie „zur Sicherheit“ noch einmal, und zwar so stark, dass ein Teil des Kehlkopfs brach.

Gestorben ist die Frau schließlich an einer Hirnschwellung als Folge der heftigen Schläge. Nach der Tat ging der 21-Jährige schlafen, am nächsten Tag rief er die Rettung, der er weismachen wollte, er habe seine Mutter leblos gefunden. Vor den Geschworenen erklärte er, seine aufgestaute Wut sei „explodiert“. Der psychiatrische Gutachter erklärte, das sei schon möglich, zurechnungsfähig sei der Angeklagte trotzdem gewesen.




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