Letztes Update am Do, 03.10.2019 20:15

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Öffentliche Züchtigung in Tansania sorgte für Empörung



Im ostafrikanischen Tansania hat ein Provinzgouverneur Schüler öffentlich auf brutale Weise gezüchtigt und damit entsetzte Reaktionen ausgelöst. Ein im Internet verbreitetes Video zeigt Albert Chalamila, Gouverneur von Mbeya im Süden Tansanias, wie er 14 Schüler jeweils mit drei Stockschlägen misshandelt.

Die Schüler liegen während der Prügelstrafe ausgestreckt auf dem Boden. Sie hatten gegen das Verbot von Mobilfunktelefonen an der Schule verstoßen. Während der Gouverneur die Schüler schlug, schauten Mitschüler, Lehrer und Polizeibeamte zu. Einige ermunterten Chalamila sogar, die Strafe zu vollstrecken.

Onesmo Olengurumwa von der tansanischen Menschenrechtsvereinigung THRDC sagte, der Provinzgouverneur habe nicht nur seine Macht missbraucht, sondern auch Gesetze gebrochen. Anna Henga vom Menschenrechtszentrum LHRC sagte, die Bestrafung der Schüler sei „grausam und erniedrigend“ gewesen.

Die Prügelstrafe ist in Tansania an Schulen gemäß einem Gesetz von 1979 erlaubt; allerdings darf sie nur vom Schulleiter vollstreckt werden. Im vergangenen Jahr erlag ein 13-jähriger Schüler in der nördlichen Provinz Kagera den Verletzungen, die ihm sein Lehrer zugefügt hatte.




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