Letztes Update am Fr, 04.10.2019 09:43

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


55-Jähriger wegen Mordes an Vater in Graz angeklagt



Ein 55-jähriger Mann hat sich Freitag im Grazer Straflandesgericht wegen Mordes verantworten müssen. Er soll im Juli 2018 im weststeirischen Voitsberg seinen pflegebedürftigen Vater getötet haben. Der Angeklagte, der nur eingeschränkt zurechnungsfähig ist, bekannte sich bisher nicht schuldig. Laut Gutachter ist ein natürlicher Tod des Pensionisten aber auszuschließen.

Der Angeklagte ist in Deutschland geboren und wuchs in einem Heim auf, das Verhältnis zu seiner Familie in der Steiermark war schon immer problematisch. Eine Berufsausbildung machte er nicht, aber er fühlte sich stets als Künstler und Kunstsachverständiger. Bereits 2018 stand er im Grazer Straflandesgericht vor dem Richter, weil er den Sachwalter seines Vaters bedroht und verleumdet hatte.

2016 kam er in die Weststeiermark und übernahm die Pflege seines Vaters, obwohl dieser keinen Kontakt zu ihm wollte. Der Angeklagte soll versucht haben, das Vermögen des Pensionisten in seinen Besitz zu bringen. Er schirmte den 82-Jährigen weitgehend von der Außenwelt ab, weder Nachbarn noch der Seelsorger durften laut Anklage ins Haus. Als der Vater aus dem Fenster um Hilfe rief und schrie, dass sein Sohn ihn schlagen würde, soll dieser dafür gesorgt haben, dass der betagte Mann das Fenster nicht mehr unbeobachtet öffnen konnte.

Am 10. Juli 2018 soll der Angeklagte seinen Vater schließlich erstickt haben. Zunächst wurde ein natürlicher Tod angenommen, doch schon bald erhärtete sich der Verdacht, dass Fremdverschulden vorliegt. Der Gutachter stellte dann auch einwandfrei fest, dass der Tod durch Gewalteinwirkung gegen den Hals eingetreten war.




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