Letztes Update am Fr, 04.10.2019 11:33

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nordirlands strenges Abtreibungsgesetz widerrechtlich



Nordirlands strenges Abtreibungsgesetz verstößt laut einem Urteil des High Court in Belfast gegen die Menschenrechtsverpflichtungen des Vereinigten Königreichs. Das Gericht verwies am Donnerstag laut Kathpress auf die Europäische Menschenrechtskonvention und deren Artikel zur Achtung des Privat- und Familienlebens.

Geklagt hatte eine Frau, der 2013 in Nordirland eine Abtreibung verweigert worden war. Ärzte hatten ihr zuvor mitgeteilt, dass ihr ungeborenes Kind noch im Mutterleib oder kurz nach der Geburt sterben würde. Daraufhin reiste sie nach London und ließ dort einen Schwangerschaftsabbruch durchführen.

Die Klägerin zeigte sich nach dem Urteil „erleichtert“ und sprach von einem „wichtigen Sieg“. Medienberichten zufolge will die zuständige Richterin erst später urteilen, ob sich unmittelbar gesetzlicher Handlungsbedarf ergibt. Britische Parlamentarier hatten im Sommer entschieden, Großbritanniens Abtreibungsgesetzgebung ab 21. Oktober auch auf Nordirland auszuweiten und in der Provinz Abtreibungen zu legalisieren.

Anders als im Rest Großbritanniens sind Schwangerschaftsabbrüche in Nordirland nur erlaubt, wenn das Leben der Mutter in unmittelbarer Gefahr ist. Wenn eine Frau aus Nordirland zur Abtreibung nach Großbritannien reist, führt der staatliche Gesundheitsdienst den Eingriff seit 2017 kostenfrei durch. Jüngsten Angaben zufolge nutzten dies im vergangenen Jahr 1.053 Frauen, 192 mehr als 2017.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.




Kommentieren