Letztes Update am Fr, 04.10.2019 12:19

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Neue globale Klima-Proteste angekündigt



Das Klima-Aktionsbündnis Extinction Rebellion will ab kommendem Montag mit Protestaktionen in 60 Städten weltweit, darunter in Wien, den Druck auf die Politik erhöhen. Die Regierungen würden nicht genug gegen den „Klima- und Umweltnotstand“ unternehmen, erklärte die Gruppe im Internet. Auch Fridays For Future kündigte einen weiteren globalen Aktionstag für den 29. November an.

Die Menschen müssten deswegen „rebellieren“, hieß es von Extinction Rebellion. Geplant sind über zwei Wochen „Aktionen zivilen Ungehorsams“ vor allem in Städten in Europa, Nordamerika und Australien, aber auch in Argentinien, Südafrika und Indien. „Neben großen Störaktionen wird es einen geschützten Bereich geben, damit auch Familien teilnehmen können“, heißt es in der Seite zum Facebook-Event.

Die Folgen der Erderwärmung seien keine „entfernte Apokalypse“, warnte Extinction Rebellion. „Menschen in aller Welt leiden und sterben bereits jetzt.“

Die Gruppe war im vergangenen Jahr in Großbritannien gegründet worden. Sie brachte in London mit Blockaden stellenweise den Verkehr zum Erliegen. Extinction Rebellion hofft, von Montag an in der britischen Hauptstadt 20.000 bis 30.000 Menschen für Blockaden rund um Parlament und Regierungsgebäude zu mobilisieren.

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Die Fridays For Future-Bewegung kündigte unterdessen einen weiteren globalen Aktionstag für den 29. November an. Auch in Österreich werden an diesem Tag Demonstrationen und Aktionen stattfinden. „Wir beteiligen uns natürlich an den weltweiten Protesten“, sagte Mitorganisator Johannes Stangl der APA.

Die Aktionen finden direkt vor Beginn der Weltklimakonferenz in Chile (2. bis 13. Dezember) statt. In über 100 Städten seien bereits Aktionen geplant, teilten die Organisatoren mit. Die Teilnehmer der Konferenz sollten wissen, „dass wir da die Augen darauf haben“, sagte Stangl.

Die Organisation hat aber auch für Österreich spezielle Ziele: So soll der ausgerufene Klimanotstand in die Praxis umgesetzt werden und der Nationale Energie- und Klimaplans (NEKP) nachgebessert werden. Dieser solle über die Pariser Klimaziele hinaus das 1,5-Grad-Ziel beinhalten und festlegen.

Der jüngste „Earth Strike“ der Bewegung Fridays For Future hat Ende September zu einer Rekordbeteiligung geführt. Österreichweit streikten Zehntausende für besseren Klimaschutz, laut Organisatoren waren es sogar 150.000. Die Polizei bezifferte die Zahl alleine für Wien mit 30.000 vor allem jugendlichen Teilnehmern.




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