Letztes Update am Sa, 05.10.2019 10:12

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mehr als 70 Tote bei gewaltsamen Protesten im Irak



Die Zahl der Toten bei den mehrtägigen Protesten im Irak ist weiter gestiegen. Seit Beginn vor vier Tagen seien 73 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen 35 Demonstranten, teilte die staatliche Menschenrechtskommission in Bagdad am Samstag mit. Demnach wurden mehr als 3200 Menschen verletzt. Bei der überwiegenden Zahl der Opfer handle es sich um Demonstranten.

In der Hauptstadt sowie in mehreren anderen Provinzen vor allem im Süden des Landes waren am Dienstag Proteste gegen Korruption und Misswirtschaft ausgebrochen. Sicherheitskräfte gingen mit Tränengas und Schüssen gegen die Demonstranten vor. Am Samstag will das Parlament zu einer Krisensitzung zusammenkommen. Am Donnerstagmorgen hatte eine Ausgangssperre begonnen.

UN-Generalsekretär António Guterres rief die Regierung und die Demonstranten zu einem Dialog auf. Alle Beteiligten müssten „äußerste Zurückhaltung“ zeigen, erklärte er in New York.

Der Druck auf die Regierung von Ministerpräsident Adel Abdel Mahdi wächst zugleich weiter. Der einflussreiche schiitische Geistliche Moktada al-Sadr forderte ihren Rücktritt. Sein Block hatte bei der Parlamentswahl im vergangenen Jahr die meisten Sitze im Parlament gewonnen und die Regierung bisher unterstützt.




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