Letztes Update am Sa, 05.10.2019 13:39

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Opposition fordert nach Messerattacke in Paris U-Ausschuss



Nach der tödlichen Messerattacke im Pariser Polizeihauptquartier fordern Oppositionspolitiker die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zu dem Vorfall. Er verlange eine parlamentarische Untersuchung, schrieb der konservative Abgeordnete Éric Ciotti am Samstag auf Twitter.

Er warf dem französischen Innenminister Christophe Castaner vor, nicht die Wahrheit über eine bekannte mögliche Radikalisierung des mutmaßlichen Angreifers gesagt zu haben.

Der Chef der Republikaner in der Nationalversammlung, Christian Jacob, werde am Dienstag eine entsprechende Forderung einbringen, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Weitere konservative Abgeordnete forderten den Rücktritt von Castaner. Ihrer Ansicht nach hatte der Innenminister Informationen über den mutmaßlichen Täter zurückgehalten als er nach der Tat am Donnerstag erklärte, der Mann sei zuvor nicht negativ aufgefallen. Beweise legten die Oppositionspolitiker dafür zunächst nicht vor.

Die Anti-Terror-Fahnder der Staatsanwaltschaft hatten am Freitag die Ermittlungen übernommen. Die Entscheidung sei auf Basis der bisherigen Erkenntnisse getroffen worden, so die Staatsanwaltschaft. Es werde sowohl wegen Mordes und versuchten Mordes als auch wegen Terror-Verdachts ermittelt. Die Ehefrau des mutmaßlichen Angreifers blieb am Samstag weiterhin in Gewahrsam. Sie war nach der Tat am Donnerstag festgenommen worden.

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Ersten Berichten zufolge war der Mann 2017 zum Islam konvertiert. BFMTV berichtete am Samstag in Berufung auf Ermittlerkreise, der Mann sei bereits früher konvertiert und habe sich positiv über den islamistischen Anschlag auf die Satirezeitung „Charlie Hebdo“ geäußert. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür zunächst nicht.

Der 45-Jährige Mitarbeiter des Polizeihauptquartiers im Herzen von Paris hatte am Donnerstag vier seiner Kollegen mit einem Messer getötet. Bei den Opfern handelt es um drei Männer und eine Frau. Der Angreifer wurde erschossen.




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