Letztes Update am Sa, 05.10.2019 22:53

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Atomgespräche für Nordkorea gescheitert, für USA nicht



Die jüngste Runde der Atomgespräche zwischen Nordkorea und den USA ist nach Angaben des nordkoreanischen Verhandlungsführers gescheitert. Schuld seien die USA, sagte Unterhändler Kim Myong-gil am Samstag in Stockholm. Die Gespräche hätten die „Erwartungen“ Pjöngjangs nicht erfüllt und keinerlei Fortschritte gebracht. Die USA sahen das allerdings völlig anders, es werde weitere Gespräche geben.

Die mehr als acht Stunden langen Gespräche in Stockholm seien „gut“ gewesen, erklärte das US-Außenministerium am Samstag. Die amerikanische Seite habe die schwedische Einladung angenommen, in zwei Wochen zu einer weiteren Gesprächsrunde zusammenzukommen. Die USA und Nordkorea könnten nicht in einem Tag „70 Jahre Krieg und Feindseligkeit auf der koreanischen Halbinsel“ beseitigen, hieß es.

Kurz zuvor hatte der Kim Myong-gil die Gespräche vor Journalisten in Stockholm als gescheitert beschrieben. „Wir sind enttäuscht von den USA“, erklärte er nach Angaben der schwedischen Zeitung „Dagens Nyheter“. „Die Verhandlungen haben unsere Erwartungen nicht erfüllt und wurden deshalb abgebrochen“, sagte der Nordkoreaner dem Bericht zufolge. Aus dem Außenministerium in Washington hieß es hingegen, die Bemerkungen der Nordkoreaner deckten sich nicht „mit dem Inhalt und dem Geist der Gespräche“.

Es waren die ersten Verhandlungen seit einem Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Machthaber King Jong-un im Februar in Vietnam, das an der Frage der atomaren Abrüstung gescheitert war. Trump und Kim hatten die neuen Verhandlungen auf Arbeitsebene Ende Juni bei einem Treffen an der innerkoreanischen Grenze vereinbart.

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Die USA und westliche Verbündete fordern eine Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel und eine Einschränkung der Raketen- und Waffenprogramme des ostasiatischen Landes. Nordkorea hat grundsätzlich den Willen zur Abrüstung bekundet, besteht aber vor Zugeständnissen auf einer schrittweisen Aufhebung der Sanktionen.

Wegen seines Raketen- und Atomprogramms wird Pjöngjang seit Jahren von der internationalen Gemeinschaft mit Sanktionen belegt. Der Konflikt gilt als einer der gefährlichsten weltweit.




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