Letztes Update am Fr, 11.10.2019 13:19

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


ÖFB-Spieler blicken nach 3:1 über Israel auf Slowenien



Von einem glanzvollen Auftritt war Österreichs Fußball-Nationalmannschaft gegen Israel weit entfernt, den Zweck erfüllt hat das EM-Qualifikationsspiel im Happel-Stadion aber allemal. Durch den 3:1-Sieg und nordmazedonische Schützenhilfe rückte die ÖFB-Auswahl in Gruppe G auf Platz zwei vor und brachte sich im Rennen um eine EURO-2020-Teilnahme in eine aussichtsreiche Position.

Bei einem Sieg am Sonntag in Slowenien wäre man dem Startplatz schon ganz nahe, wie Aleksandar Dragovic betonte. „Wenn wir da gewinnen, können wir vielleicht träumen, bei der EM dabei zu sein.“ Der Leverkusen-Profi gab die Marschroute vor: „Wir wollen drei Punkte holen. Egal, wer spielt, jeder muss für Österreich bis zum Umfallen kämpfen, und das wird auch jeder tun, denke ich.“

Angesichts von zwei Punkten Vorsprung auf Slowenien und Nordmazedonien wäre schon ein Punkt in Ljubljana hilfreich. „Aber wir müssen dort spielen, als ob wir gewinnen müssten, und dürfen nicht herumrechnen“, forderte Dragovic. Der Sieg über Israel sei „hart erkämpft“ gewesen, berichtete der Wiener. „Ich weiß gar nicht, ob wir die bessere Mannschaft waren, aber das ist im Endeffekt auch egal.“

Auf die Siegerstraße brachte die ÖFB-Auswahl ausgerechnet jener Spieler, der zuletzt wegen einer Partynacht eine Nachdenkpause bekommen hatte - Martin Hinteregger traf sehenswert zum 2:1. „Es war ein Fehler von ihm. Jeder Mensch macht Fehler. Wir wissen, dass er sehr wichtig für die Mannschaft ist, er ist ein überragender Innenverteidiger“, meinte Dragovic in Bezug auf Hintereggers ausschweifende Geburtstagsfeier.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Auch Julian Baumgartlinger zeigte sich erfreut. „Das sind Reaktionen, die Topspieler machen“, sagte der ÖFB-Kapitän über Hinteregger. „Wenn es dazu beiträgt, dass man erstens daraus lernt und zweitens besser wird, ist das zumindest ein positiver Effekt.“

Generell sieht der Salzburger beim Nationalteam eine positive Entwicklung und untermauerte diese These mit dem Hinweis darauf, dass man in dieser Qualifikation zweimal - im Juni in Nordmazedonien und am Donnerstag gegen Israel - einen Rückstand in einen Sieg verwandelte. „Die Mannschaft ist mental stark und gefestigt. Wir haben bewiesen, dass wir Rückschläge wegstecken können“, erklärte Baumgartlinger.

Für seinen Kollegen Valentino Lazaro gab es zuletzt auf Clubebene Rückschläge - der Steirer wartet bei Inter Mailand noch auf seinen ersten Liga-Einsatz. „Ich persönlich freue mich, meine ersten 90 Minuten in dieser Saison absolviert zu haben. Dann ist es noch einmal etwas Besonderes, für sein Land zu treffen“, sagte der Torschütze zum 1:1.

Die Chancen auf einen EM-Start seien nun sehr gut. „Wir sind in einer super Ausgangsposition, haben jetzt alles in der Hand und wollen es so schnell wie möglich klar machen. Doch wir müssen gegen Slowenien 110 Prozent geben“, betonte Lazaro.

Mit welchem Personal das gelingen soll, ist offen. Zu den verletzten David Alaba, Xaver Schlager, Florian Grillitsch und Stefan Lainer gesellten sich nämlich weitere Sorgenkinder. Stefan Posch bekam einen Schlag ab, Marko Arnautovic machte der Oberschenkel zu schaffen und Konrad Laimer, derzeit wohl formstärkster ÖFB-Teamspieler, musste wegen Adduktorenproblemen vorzeitig vom Platz.

Wie gravierend seine Blessur ist, konnte Laimer nach Spielschluss selbst noch nicht einschätzen. „Es hat in der zweiten Hälfte wieder gezwickt. Ich habe versucht, weiterzumachen, aber es ist eher mehr als weniger geworden. Wir versuchen jetzt alles Mögliche, damit es wieder geht“, erzählte der Leipzig-Profi, der vor der Partie eine Schmerztablette eingenommen hatte.

Von Teamchef Franco Foda wurde Laimer auf der für ihn ungewohnten Position auf dem linken Flügel eingesetzt. „Letztes Jahr im Frühjahr habe ich dort bei Leipzig ein paar Spiele gemacht, jetzt schon lange nicht mehr. Natürlich fühle ich mich im Mittelfeld ein bisschen mehr beheimatet“, meinte der Salzburger.




Kommentieren