Letztes Update am Fr, 11.10.2019 18:29

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Thiem unterlag Berrettini im Shanghai-Viertelfinale



Der Lauf von Dominic Thiem in Asien ist zu Ende gegangen. Österreichs Tennis-Ass unterlag dem Italiener Matteo Berrettini am Freitag im Viertelfinale des Masters-1000-Turniers von Shanghai in zwei Sätzen. Der starke Aufschläger aus Rom siegte in einem ausgeglichenen Match mit 7:6(8),6:4. Thiem verpasste damit seinen achten Sieg in Folge, nachdem er zuletzt in Peking den Titel geholt hatte.

Der 23-jährige Berrettini trifft nun am Samstag auf den 22-jährigen Deutschen Alexander Zverev. Im zweiten Halbfinale zweier Youngsters bekommt es der 21-jährige Grieche Stefanos Tsitsipas mit dem 23-jährigen Russen Daniil Medwedew zu tun. Vor Thiem hatten sich am Freitag bereits die Altmeister Novak Djokovic (gegen Tsitsipas) und Roger Federer (gegen Zverev) aus dem Turnier verabschiedet.

Für Thiem endete die Partie mit Ärger. Beim Stand von 5:4 für Berrettini im zweiten Satz wehrte der 26-jährige Niederösterreicher bei Aufschlag seines Gegners zunächst zwei Matchbälle ab und fand dann selbst die Chance auf ein Rebreak vor. Beim Aufschlag des Italieners reklamierte Thiem eine Challenge nach Ansicht des Schiedsrichters zu spät. Eine Entscheidung, die Thiem nicht nachvollziehen konnte. Berrettini erarbeitete sich in Folge eine dritte Chance auf den Matchgewinn, die sich der US-Open-Halbfinalist nach 1:41 Stunden Spielzeit nicht entgehen ließ.

Das zweite Duell der beiden Spieler nach jenem 2018 in Roland Garros - Thiem gewann damals in vier Sätzen - war geprägt von starken Aufschlagspielen. Die Rückschlager hatten auf beiden Seiten wenig Möglichkeiten. Im ersten Satz fand nur Thiem eine Breakchance vor, die Berrettini abwehrte. Im Tiebreak lag Thiem dann 3:0 voran, kassierte den Ausgleich, wehrte danach drei Satzbälle ab, ehe er selbst auch einen liegen ließ. Der 1,96-m-Mann Berrettini holte schließlich den ersten Durchgang.

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In Satz zwei gelang dem Römer dann das vorentscheidende Break zum 4:3. Thiem konnte die Wende nicht mehr erzwingen. Nach gewonnenen Punkten lagen die beiden Spieler am Ende bei je 68 gleichauf.

Thiem verpasste damit seinen siebenten Einzug ins Halbfinale eines Masters-1000-Turniers. Seinen bisher einzigen Titel auf diesem höchsten Level unterhalb der Grand-Slam-Turniere holte er heuer im März ebenfalls auf Hartplatz in Indian Wels. Asien war die Reise aber wert. Mit dem Vorstoß unter die letzten Acht in Shanghai wird Thiem in der Weltrangliste wieder die 5.000-Punkte-Marke übertreffen. Da Daniil Medwedew in China ebenfalls stark spielt, bleibt der Niederösterreicher auf Position fünf im ATP-Ranking.

Thiem war mit seinem Auftritt dennoch zufrieden. „In diesen Regionen, im Viertelfinale eines Masters, gibt es auch Matches, wo man gut spielt und verliert“, sagte er nach der Partie. Es wäre klar gewesen, dass das Match eng wird. „Er serviert sehr gut und ist generell sehr gut im Moment. Kleine Details entscheiden, so war es auch am Ende“, meinte Thiem.

„Im Tiebreak hatte ich vielleicht zwei kleine Dummheiten, dann ist es ein wenig in seine Richtung gelaufen“, analysierte der Niederösterreicher. Er reise nach „zwei Superwochen“ nun am Samstag zurück nach Hause. Thiem blickte dem Turnier in der Wiener Stadthalle (ab 21. Oktober) hoffnungsvoll entgegen. „Ich bin froh, dass ich im Moment gut spiele. Es ist das erste Mal seit langer Zeit, dass ich in guter Form ins Wien-Turnier komme. Das ist für mich eines der größten Highlights jedes Jahr. Ich will da meine gute Form fortsetzen und hoffe, dass es in der Tonart weitergeht.“

In Shanghai stehen laut ATP-Angaben erstmals seit Hamburg 1999 vier Spieler, die nicht älter als 23 Jahre sind, im Halbfinale eines Turniers dieser Kategorie. Berrettini wird sich von Rang 13 weiter verbessern. Für den Italiener geht es auch um das Erreichen der ATP-Finals, für die Thiem bereits qualifiziert ist.




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