Letztes Update am Sa, 12.10.2019 02:00

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erneute Kundgebungen in Ecuador



Bei neuen Protestmärschen gegen die Erhöhung der Spritpreise in Ecuador ist es am Freitag zu schweren Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Eine Kundgebung unter Führung der Konföderation Indigener Völker (CONAIE) wurde in der Umgebung des Parlaments in Quito von Sicherheitskräften mit Tränengas beschossen. Nach Angaben des Vorsitzenden der CONAIE, Jaime Vargas, wurden dabei mehrere Demonstranten verletzt. Staatschef Lenin Moreno rief am Freitag in einer kurzen Fernsehansprache die indigenen Völker zu einem direkten Dialog auf.

Bei den anhaltenden regierungskritischen Kundgebungen sind bereits mindestens vier Demonstranten ums Leben gekommen, unter ihnen ein regionaler Führer der indigenen Völker.

Moreno hatte vergangene Woche die Aufhebung der Subventionen der Treibstoff-Preise beschlossen, um mit der Einsparung von jährlich 1,4 Milliarden Dollar (1,27 Mrd. Euro) den defizitären Staatshaushalt zu sanieren. Die Maßnahme ist Teil der Reformauflagen für einen Kredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) von 4,2 Milliarden Dollar. Die indigenen Völker, Gewerkschaften und Studenten protestieren seit einer Woche wegen der nunmehr erhöhten Transportkosten.

Die CONAIE stellte als Bedingung für einen Dialog die Wiederaufnahme der Treibstoff-Subventionen, die Aufhebung des Ausnahmezustands und den Rücktritt der Innenministerin und des Verteidigungsministers.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.




Kommentieren