Letztes Update am Sa, 12.10.2019 16:05

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Anna Gasser legt in Saison ohne WM Fokus auf Red-Bull-Doku



Anna Gasser hat sich von einer Knöchelverletzung im vergangenen Jänner sehr gut erholt. Die Snowboard-Olympiasiegerin blickt voll motiviert in die kommende WM-lose Saison und freut sich auf ein besonderes Projekt. Die 28-jährige Kärntnerin, die dieses Jahr in Millstatt ihr erste eigene Wohnung bezogen hat, wird die ganze Saison für eine Red-Bull-Dokumentation von einem Filmteam begleitet.

Nach ihrem Ausfall für die WM in Park City im Februar dieses Jahres ist Österreichs zweifache Sportlerin des Jahres zuletzt bei den X-Games in Norwegen mit einem Sieg zurückgekehrt. Eine nötige Moralinjektion nach der langen Auszeit. „Es ist natürlich immer schön, wenn man die Saison mit einem guten Ergebnis startet. Das ist sehr gut fürs Selbstvertrauen, besonders wenn man so lange eine Pause macht. Da weiß man nie genau, wo man steht“, sagte Gasser bei einem Medientermin am Freitag in Salzburg. „Ich weiß, dass ich noch immer die Tricks habe“, fügte sie lächelnd hinzu.

Auch wenn es in der Saison 2019/20 um keine WM-Medaillen geht, freut sich Gasser auf etwas Besonderes. „Ich drehe einen Film mit Red Bull über das ganze nächste Jahr. Der Hauptfokus wird wahrscheinlich auf diesem Film sein“, erzählte Gasser. Ihr Sponsor wird die Sportlerin, ähnlich wie auch Tennis-Star Dominic Thiem, in ihrem Sportlerleben begleiten. „Ich werde auch das erste Mal im Tiefschnee fahren, also Heli-Boarden und Cat-Boarden. Es wird eine riesige Challenge für mich, heuer Contest fahren und das Filmen zu verbinden. Ich freue mich voll, eine andere Herausforderung.“ Dies sei für sie auch motivierend in einer Saison, „die nicht so wichtig ist“.

Neu für sie ist auch der neue Freestyle-ÖSV-Coach, der mit dem 28-jährigen Deutschen Patrick Cinca erstmals ein früherer Athlet ist. „Das ist eine Umstellung, aber ich glaube, es war auch sehr wichtig, dass es ein bisserl anders ist.“ Es gehe in der jungen Sportart nun in diese Richtung, frühere Athleten zu Trainern zu machen. „Ich finde es gut, die können sich gut reinversetzen, wie man sich fühlt, wenn man so einen ‚Kicker‘ springt.“

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Einer ihrer Träume ist es, ihren „Cab Triple Underflip 1260“, den sie als erste Frau in einem Training gezeigt hatte, erstmals auch in einem Bewerb stehen zu können. „Die Verletzung im Jänner ist zu einem sehr blöden Zeitpunkt gekommen, weil es eine Woche vor den X-Games war. Dort werden so große Kicker gebaut, dass sich der Triple vielleicht ausgegangen wäre. Es ist schon noch ein Traum von mir, diesen Sprung auch wirklich nicht nur im Training, sondern auch in einem Bewerb zu zeigen. Darauf ist der Fokus dieses Jahr.“

Auch Olympia 2022 hat Gasser immer im Hinterkopf: Da man künftig im Slopestyle-Bewerb auch Pipe-Elemente einbauen muss, trainiere sie nun auch Pipe nebenbei. „Das wird die große Challenge für die nächsten Olympischen Spiele.“ Deswegen wird die Big-Air-Goldmedaillengewinnerin von Pyeongchang aber den Fokus nicht auf Slopestyle allein legen. „Für mich geht Big Air und Slopestyle Hand in Hand, ich trainiere beides.“

Inwiefern sich ihr Leben nach Olympia-Gold verändert hat? „Ich persönlich habe dieses große Ziel erreicht und sehe alles ein bisschen gelassener. Es war ein Riesenziel. Ich bekomme ein bisserl mehr Aufmerksamkeit, es ist ein bisserl leichter mit Sponsoren“, sagte Gasser, die Anfang November in Modena in den Weltcup einsteigt. Auf der Straße, so erzählt sie, wird sie vor allem im Winter eher erkannt. „Im Sommer vergessen sie mich wieder, aber das ist eh fein“, meinte sie lachend.




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