Letztes Update am Mo, 14.10.2019 06:15

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ein Punkt zum Glück - Foda: „Sack müssen wir noch zumachen“



Die zweite EM-Teilnahme in Folge ist für das österreichische Fußball-Nationalteam zum Greifen nahe. Ein Punkt aus den beiden abschließenden Gruppe-G-Spielen im November gegen Nordmazedonien und Lettland reicht der ÖFB-Auswahl zum Glück. „Die Ausgangsposition ist besser, viel besser“, sagte Teamchef Franco Foda am Sonntag nach dem 1:0 in Slowenien. „Aber den Sack müssen wir noch zumachen.“

Am Besten bereits am 16. November zu Hause gegen Nordmazedonien. „Wenn in diesem entscheidenden Spiel das Stadion nicht voll ist, verstehe ich die Welt nicht mehr“, erklärte Foda. Beim jüngsten 3:1 am Donnerstag gegen Israel war das Ernst-Happel-Oval in Wien mit 26.200 Besuchern nur etwas mehr als zur Hälfte gefüllt.

Ein Punkt gegen Nordmazedonien wäre genug. Nur bei einer höheren Niederlage als 1:4 gegen den Außenseiter müssten die Österreicher das folgende Gastspiel drei Tage später beim punktelosen Schlusslicht Lettland noch gewinnen, um sicher zu gehen. Szenarien, mit denen sich Foda nach dem starken Auftritt in Slowenien nicht beschäftigen wollte. „Wir haben ein großes Ziel, einen großen Traum, das ist die EM 2020“, sagte der Teamchef. „Das hat man heute gesehen.“

Nach den beiden Niederlagen zum Quali-Auftakt gegen Polen (0:1) und in Israel (2:4) sei das Team bereits mit dem Rücken zur Wand gestanden. Wie man damit umgegangen sei, habe die Mannschaft aber auch stark gemacht. „Das hat Vertrauen gegeben.“ Erschüttert wurde es nicht einmal von den zahlreichen Ausfällen, die den Österreichern in Ljubljana zu schaffen gemacht hatten.

Erstmals seit 2009 standen weder Marko Arnautovic noch David Alaba in einem Pflichtspiel des ÖFB-Teams auf dem Platz. Dazu fehlten mit Stammkraft Stefan Lainer, Xaver Schlager, Florian Grillitsch und Philipp Lienhart weitere Akteure verletzt. „Die Jungs, die reingekommen sind, haben den Plan sehr, sehr gut umgesetzt“, lobte Foda. „Ich bin sehr stolz auf alle Spieler, das ganze Betreuerteam.“ Auch das Ärzteteam habe rund um die Uhr große Arbeit geleistet.

Alaba war wegen seiner Rippenverletzung nicht mit nach Slowenien gereist, bei Arnautovic ging sich ein Einsatz trotz aller Bemühungen nicht aus. Der Oberschenkel spielte nicht mit. Foda probierte im Training laut eigenen Angaben zwei bis drei Angriffsvarianten aus, setzte im Sturmzentrum aber schließlich auf Michael Gregoritsch. „Er hat vorne viele Bälle gehalten“, war Foda auch mit dem Augsburg-Legionär zufrieden.

Gregoritsch dürfte sich den Status als Nummer zwei im ÖFB-Angriff erarbeitet haben - wichtig auch im Hinblick auf eine mögliche EM, falls Arnautovic bis dorthin wieder einmal körperliche Probleme plagen. In Ljubljana fungierte der 30-Jährige als Unterstützer auf der Bank, sprach in der Halbzeit auf dem Weg in die Kabine auch mit Gregoritsch. „Marko und ich verstehen uns sehr gut. Er hat mir Tipps von außen gegeben“, erklärte sein Vertreter.

Arnautovic tue alles für das Team, ergänzte Kapitän Julian Baumgartlinger. Foda wertete das auch als Zeichen für den Zusammenhalt. „Wir haben einen großen Kader, ein großes Spektrum an guten Spielern. Aber das Wichtigste ist der Teamgeist“, sagte der Deutsche. Auch Arnautovic war die Freude über den großen Schritt in Richtung EM anzusehen. „Wir sind dabei, das kannst du aufschreiben“, diktierte er bei seinem Abgang.




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