Letztes Update am So, 20.10.2019 11:45

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Türkischer Soldat bei Angriff von Kurden in Syrien getötet



Im Nordosten Syriens ist am Sonntag nach Angaben der Türkei ein türkischer Soldat getötet worden. Trotz der geltenden Feuerpause habe es in der Grenzstadt Tall Abyad einen Angriff der Kurden-Miliz YPG gegeben, teilte das Verteidigungsministerium in Ankara mit. Dabei sei ein weiterer Soldat verletzt worden.

Die YPG habe während eines Aufklärungseinsatzes des türkischen Militärs in Tall Abyad angegriffen. Die Türkei habe die Attacke erwidert, fühle sich aber weiterhin der vereinbarten Waffenruhe verpflichtet. Die USA und die Türkei hatten sich am Donnerstag auf Schritte geeinigt, die zu einer Beruhigung der Lage im syrischen Grenzgebiet zur Türkei sorgen soll.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor mit der Entscheidung für einen Rückzug amerikanischer Truppen aus der Region den Weg für eine türkische Offensive im Nordosten Syriens geebnet. Die Türkei will dort eine sogenannte Sicherheitszone schaffen, aus der sich die YPG zurückziehen soll.

Die Regierung in Ankara stuft die Kurden-Miliz als Terrororganisation ein. Die YPG-Kämpfer waren der wichtigste Verbündete der USA im Kampf gegen die Extremistengruppe Islamischer Staat in Syrien. Viele US-Politiker werfen Trump vor, die Verbündeten im Stich gelassen zu haben. Eine Stellungnahme der YPG zu dem jüngsten Vorfall in Tall Abyad lag zunächst nicht vor.

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Die NATO bildete indes offenbar einen Krisenstab, der sich mit der türkischen Offensive in Nordsyrien und ihren möglichen Folgen beschäftigt. Dem Gremium gehörten Aufklärungs- und Sicherheitsexperten, Fachleute für Militäroperationen und politische Berater an, berichtete die Zeitung „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf NATO-Kreise. Während einer Sitzung der 29 NATO-Botschafter im sogenannten Nordatlantikrat am vergangenen Mittwoch habe sich die Türkei bereit erklärte, ihre NATO-Partner laufend über Angriffe, Flüchtlingsströme und Kriegsschäden im Kampfgebiet zu unterrichten. Außerdem habe Ankara intern klargemacht, dass die Angriffe im Norden Syriens bis in die erste November-Hälfte fortgeführt werden sollten - das sei allerdings vor der Vereinbarung einer Waffenruhe von 120 Stunden gewesen.

Die Türkei wies den Vorwurf der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zurück, in Nordsyrien Kriegsverbrechen begangen zu haben. Es handle sich um „gegenstandslose Behauptungen“ und diese seien Teil einer Diffamierungskampagne gegen den türkischen Anti-Terror-Kampf, teilte das Außenministerium in Ankara mit.

Amnesty International hatte der türkischen Armee und den mit ihr verbündeten Rebellen in einem am Freitag veröffentlichten Bericht unter anderem „rücksichtslose Angriffe auf Wohngebiete“ vorgeworfen, bei denen Zivilisten getötet und verletzt würden. Pro-türkische Rebellen sollen zudem eine syrisch-kurdische Politikerin geschlagen und erschossen haben.




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