Letztes Update am So, 20.10.2019 18:59

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Mark Esperanto“? Trump und der Fluch der Buchstaben



Mark who? Leser der Tweets von Donald Trump gerieten am Sonntag kurz ins Stutzen. Der US-Präsident schrieb da von einem gewissen „Mark Esperanto“, angeblich US-Verteidigungsminister. In den sozialen Medien ergoss sich, wie so oft, prompt eine Welle des Spottes darüber, dass der US-Präsident den Namen seines eigenen Pentagon-Chefs, Mark Esper, nicht richtig zusammenbekomme.

Trump löschte den Tweet wenig später - und ersetzte ihn mit der korrekten Schreibweise. Doch das Erinnerungsvermögen des Internets ist erbarmungslos.

Dem Präsidenten passieren derlei Namensvariationen öfter. Kürzlich bezeichnete Trump den NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg bei einer Pressekonferenz versehentlich als „Stoltenheim“. Den Apple-Chef Tim Cook nannte er bei einem Auftritt im Weißen Haus im März - in dessen Beisein - „Tim Apple“.

Auch anderen erging es ähnlich: Seinen früheren, inzwischen geschassten Nationalen Sicherheitsberater John Bolton nannte Trump in der Vergangenheit schon „Mike Bolton“. Dem Kongressabgeordneten Kevin McCarthy dankte er bei einem gemeinsamen Auftritt mit den Worten: „Thank you, Steve.“ Die Chefin des Rüstungskonzerns Lockheed Martin, Marillyn Hewson, machte er zu „Marillyn Lockheed“.

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Doch dieser aktuelle präsidiale Vertipper sticht ein wenig heraus. Immerhin bescherte hier ausgerechnet jener Präsident, der größten Gefallen an Abschottung, Grenzen und nationalstaatlichem Denken findet, ausgerechnet Esperanto - zumindest für einen Moment lang - viel Aufmerksamkeit, jener Kunstsprache also, die geschaffen wurde, um Grenzen zu überwinden und Gemeinsamkeiten zu betonen. Ob sich Trump dieser Feinheit bewusst war, ist nicht überliefert.




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