Letztes Update am Mo, 21.10.2019 23:21

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kurz und Kogler sondierten knapp fünf Stunden



ÖVP-Obmann Sebastian Kurz und Grünen-Chef Werner Kogler sind am Montag in Wien zu einem Vier-Augen-Sondierungsgespräch zusammengetroffen. Das Treffen endete erst nach knapp fünf Stunden am späten Abend. Einen Beschluss über die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen gab es wie erwartet noch nicht. Am Freitag wird mit den Grünen ganztägig weitersondiert, teilte ein ÖVP-Sprecher mit.

ÖVP-Obmann Sebastian Kurz sagte vor Beginn des Treffens im Winterpalais des Prinz Eugen in der Himmelpfortgasse vor Medienvertretern, es gehe um ein tiefer gehendes Ausloten, ob man Regierungsverhandlungen starten solle oder nicht. Eine Entscheidung sei „selbstverständlich“ noch nicht zu erwarten, bat er vor Beginn um Geduld.

Es sei immer klar gewesen, dass dieses Ausloten mit den Grünen länger dauern werde, weil diese noch nicht auf Bundesebene regiert hätten und viele von ihnen neu im Parlament seien. Heute gehe es darum, den Fahrplan dafür zu vereinbaren. In der Vorwoche waren ÖVP und Grüne mit ihren jeweils sechsköpfigen Delegationen bereits einmal zusammengetroffen. In diesem größeren Rahmen soll auch am Freitag wieder sondiert werden.

Kogler, der zehn Minuten nach Kurz im Winterpalais in der Himmelpfortgasse eintraf, sah das ganz ähnlich. Man werde sich über den Fahrplan unterhalten, und über die Themenkapitel, die man dabei ansprechen werde. „Und wir werden uns jetzt einmal unter vier Augen über einige dieser Dinge austauschen. Das ist uns ja überlassen“, so der Bundessprecher der Grünen: „Jetzt beginnt‘s.“

Die Bedeutung des gegenseitigen Kennenlernens hatte zuvor auch Kurz betont. Er habe mit dem Journalisten, der ihn darauf ansprach, in Pressekonferenzen vermutlich mehr Zeit verbracht, als mit Kogler bisher, scherzte der Ex-Kanzler. Das Ausloten des Willens zum Regieren und des Bewusstseins um die damit verbundene Verantwortung sei mindestens genauso wichtig wie inhaltliche Sachfragen.

Das Vieraugengespräch begann um 17:30 Uhr und endete um 22.15 Uhr. Die beiden bei der Nationalratswahl erfolgreichen Parteichefs wendeten also beinahe fünf Stunden dafür auf, einander besser kennenzulernen. Medienstatements gab es danach nicht. Beide Parteichefs verließen das Winterpalais über einen anderen Ausgang als jenen, an dem die Journalisten warteten.

Die Sondierungen pausieren nun zwei Tage lang, weil sich am Dienstag die Parlamentsklubs zusammenfinden und am Mittwoch die konstituierende Sitzung des Nationalrats stattfindet. Am Donnerstag ist dann - in Sechsergruppen - ein Treffen der ÖVP mit den NEOS angesetzt, am Freitag ab 11:00 Uhr mit den Grünen.

Das Gespräch dauerte auch nach über drei Stunden noch an. Den wartenden Journalisten wurde beschieden, dass es danach keine Medienstatements geben werde.




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