Letztes Update am Di, 22.10.2019 13:47

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erdogan zu Syrien-Gesprächen bei Putin in Sotschi



Nach dem Einmarsch türkischer Truppen in Syrien ist Präsident Recep Tayyip Erdogan in der Schwarzmeer-Stadt Sotschi mit Russlands Präsident Wladimir Putin zu Krisengesprächen zusammengekommen. Er hoffe, dass das hohe Niveau der türkisch-russischen Beziehungen Fortschritte für eine Lösung des Syrien-Konflikts bringe, sagte Putin der Agentur Interfax zufolge zum Auftakt des Treffens.

„Die Situation in der Region ist nicht einfach, das verstehen wir alle“, sagte er. Russland unterstützt im Syrien-Konflikt vor allem den umstrittenen Machthaber Bashar al-Assad, pflegt aber als Vermittler auch enge Kontakte zur Türkei. Er glaube daran, dass die Einladung „Vorteile“ für den „kritischen Prozess“ ergeben werde, sagte Erdogan. „Ich glaube daran, dass unser Treffen der „Offensive Friedensquelle“ ernsthafte Chancen bringen wird“, sagte er.

Der Kreml kündigte vor dem Treffen an, den Vorschlag der deutschen Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer für eine international kontrollierte Sicherheitszone im syrischen Grenzgebiet zur Türkei zu prüfen. Es handle sich um eine neue Initiative, eine Position dazu gebe es noch nicht, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Kramp-Karrenbauer hatte vorgeschlagen, Russland und die Türkei bei der möglichen Einrichtung einer solchen Zone einzubeziehen.

Die Türkei hatte ihren Einmarsch in Syrien am 9. Oktober damit begründet, dort eine rund 30 Kilometer breite und Hunderte Kilometer lange Sicherheitszone einzurichten. Russland hatte Verständnis für die Sicherheitsinteressen des Landes gezeigt und zugleich gefordert, die territoriale Unversehrtheit Syriens zu achten.

Mit ihrem Vorstoß für eine Sicherheitszone in Nordsyrien hat Kramp-Karrenbauer indes auch die Schwesterpartei CSU überrascht. CSU-Chef Markus Söder sei nicht im Voraus informiert gewesen, hieß es am Dienstag aus Parteikreisen. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sagte in Berlin, er sei erst am Dienstag unterrichtet worden - also erst nach den TV-Interviews der Ministerin am Vorabend. Zuvor hatte es bereits von Seiten der SPD geheißen, der Vorstoß sei mit ihr nicht abgestimmt gewesen.




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