Letztes Update am Di, 22.10.2019 17:00

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zahl der Toten bei Unruhen in Chile auf 15 gestiegen



Die Zahl der Todesopfer bei den schweren Unruhen in Chile ist nach offiziellen Angaben auf 15 gestiegen. Insgesamt elf Menschen seien in der Hauptstadt Santiago de Chile bei Bränden in geplünderten Supermärkten gestorben. Zwei weitere Menschen wurden durch Schüsse in den Orten Coquimbo und La Serena getötet, wie der Staatssekretär des Innenministeriums Rodrigo Ubilla am Dienstag mitteilte.

Wer die Schüsse abgefeuert hatte, sagte Ubilla nicht. Ein weiterer Mensch sei in der Stadt Talcahuano von einem Militärfahrzeug überfahren worden. Über das 15. Opfer wurden keine Details mitgeteilt. In der Hauptstadt und mehreren anderen Städten des südamerikanischen Landes gilt der Ausnahmezustand und eine nächtliche Ausgangssperre.

Insgesamt sei das Ausmaß der Gewalt rückläufig, sagte Ubilla. In der Nacht auf Dienstag seien im ganzen Land 255 gewalttätige Zwischenfälle registriert worden nach 355 in der Nacht zuvor. Angriffe gewalttätiger Demonstranten auf Rathäuser und Polizeiwachen in verschiedenen Städten seien abgewehrt worden. Insgesamt wurden nach Angaben des Ministers seit Beginn der schweren Unruhen am vergangenen Freitag 2.643 Menschen festgenommen. 211 Menschen seien in den letzten 24 Stunden verletzt worden, unter ihnen 134 Mitglieder der Sicherheitskräfte.

Chiles konservativer Präsident Sebastian Pinera rief die Opposition auf, gemeinsam mit der Regierung Lösungen für die soziale Krise im Land zu finden. Es sei unter anderem eine Anhebung der Pensionen geplant, eine Senkung der Preise für Medikamente und Erleichterungen bei den Strompreisen. Die kommunistische Partei schloss Pinera von dem Dialog aus. Die Fortschrittliche Partei des ehemaligen Präsidenten-Kandidaten Marco Enriquez-Ominami lehnte eine Teilnahme ab. Die Regierung solle erst den Ausnahmezustand aufheben.

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Die Protestwelle war durch eine Erhöhung der Preise für U-Bahn- Tickets in Santiago ausgelöst worden. Dann entlud sich aufgestauter Ärger unter anderem wegen niedriger Löhne und Pensionen, hoher Preise, hoher Studiengebühren und wegen extremer Unterschiede zwischen Armen und Reichen. Rasch weiteten sich die Kundgebungen und auch die Ausschreitungen auf das ganze Land aus. Vergangenen Freitag verhängte die Regierung den Ausnahmezustand zunächst über die Hauptstadt. Die Tariferhöhung wurde zurückgenommen.




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