Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 25.10.2019


RA Mag. Martina Waldstätten

Mein sorgfältig vorbereiteter Wille als Patient

Damit das Recht auf Selbstbestimmung im Krankheitsfall nicht verloren geht, gibt es die Patientenverfügung und die Vorsorgevollmacht.

Ärzte sind an gültige Patientenverfügungen gebunden, auch wenn sie inhaltlich nicht damit einverstanden sind.

© iStock/ipopbaÄrzte sind an gültige Patientenverfügungen gebunden, auch wenn sie inhaltlich nicht damit einverstanden sind.



Bestimmte medizinische Behandlungen können mit einer Patientenverfügung vorweg abgelehnt werden. Die Verfügung wird, obwohl schon früher errichtet, erst dann wirksam, wenn der Patient sich nicht mehr ausreichend äußern kann oder nicht mehr über die notwendigen geistigen Fähigkeiten verfügt.

Wurde die Patientenverfügung nach medizinischer Aufklärung über ihre Auswirkungen vor einem Juristen errichtet, so gilt sie auch verbindlich. Der Arzt und sein Team sind diesfalls an ihren Inhalt gebunden, auch wenn sie damit nicht einverstanden sind. Fehlt jedoch ein Formerfordernis, dann dient die Patientenverfügung zumindest als Orientierungshilfe zur Ermittlung des Patientenwillens.

Eine Patientenverfügung gilt nur für maximal acht Jahre. Sie wird aber schon vorher unwirksam, wenn sie der Patient nachträglich widerruft. Mit einer Vorsorgevollmacht kann eigenständig Vorsorge für den Fall des späteren Verlustes der Entscheidungsfähigkeit getroffen und damit selbst entschieden werden, welche Vertrauensperson in einem solchen Fall die Vertretung übernehmen soll.

Die Vorsorgevollmacht muss schriftlich bei einem/-r Notariat, Rechtsanwaltskanzlei oder Erwachsenenschutzverein errichtet und beim Österreichischen Zentralen Vertretungsverzeichnis registriert werden, damit sie Gültigkeit erlangt. Erst mit Eintritt des Vorsorgefalls, also wenn man nicht mehr entscheidungsfähig ist, wird die Vorsorgevollmacht wirksam. Der Wirkungsbereich der Vollmacht kann individuell festgelegt werden und für alle Lebenslagen gelten oder sich auch nur auf bestimmte Bereiche erstrecken. Ein Widerruf ist ebenfalls jederzeit möglich.

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