Letztes Update am Mi, 23.10.2019 13:52

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Verdächtiger nach Messerattacke in Wullowitz „unter Schock“



Montag vor einer Woche sind bei Messerattacken in Wullowitz (Oberösterreich) zwei Menschen getötet worden. Ein 33-jähriger Afghane wurde festgenommen. Vor der Polizei bekannte er sich schuldig, meinte aber, er habe niemanden töten wollen. Er sei „höflich“, sagte seine Anwältin Astrid Wagner der APA und: „Ich glaube, er ist unter Schock, er hat nicht wirklich erfasst, was da geschehen ist.“

Der Verdächtige, der in Linz in Untersuchungshaft sitzt, bekam bereits zweimal Besuch von seinen Verteidigern - neben Wagner ist das Wolfgang Blaschitz. Viel werde von dem angeforderten psychiatrischen Gutachten abhängen, meinte die Juristin. Es solle klären, ob eine geistige Abnormität vorliege und ob der Mann zurechnungsfähig war. Es gebe kein echtes Motiv, keine Bereicherung, keinen Raub, „es war eher eine sinnlose Tat“. Bei der Polizei habe sich ihr Mandant schuldig bekannt und sie habe ihm geraten, seine Aussagen vor der Haftrichterin aufrecht zu erhalten.

Was tatsächlich passierte, „ist offensichtlich nicht bei ihm angekommen“. Es sei nicht schlüssig, nicht töten zu wollen und dann mit einem Messer zuzustechen, erklärte Wagner. Seine Frau halte zu ihm, sie wolle den 33-Jährigen auch besuchen, sagte die Anwältin. Das sei aber wegen ihres Asylstatus nicht einfach. Von einer Wegweisung oder Anzeigen wegen Körperverletzung sei im Strafakt nichts ersichtlich. Das ebenfalls angeforderte toxikologische Gutachten werde wohl ergeben, dass der Asylwerber Haschisch konsumiert habe. Inwiefern ihn das beeinträchtigt habe, sei ihr nicht bekannt, so Wagner.

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