Letztes Update am Do, 24.10.2019 12:50

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ludwig mahnt zu mehr Selbstdisziplin in der SPÖ



Der Wiener Bürgermeister und SPÖ-Landesparteichef Michael Ludwig (SPÖ) hat wenig Freude mit den jüngsten Diskussionen rund um den ehemaligen Bundesgeschäftsführer Max Lercher. Er mahnte am Donnerstag Geschlossenheit in der Partei ein: „Es wird darauf ankommen, dass man wieder stärker Selbstdisziplin übt und sich stärker hinter die gefassten Beschlüssen stellt.“

Es seien „eh immer dieselben Personen“, die offenbar an keinem Mikrofon vorbeigehen könnten, beklagte er am Rande einer Pressekonferenz. Namen wollte er keine nennen. Man habe, so gab er zu bedenken, einen Reformprozess beschlossen, dem sich alle angeschlossen hätten.

„Ich würde es sehr wichtig finden, wenn sich alle an dem Prozess beteiligen und ihre Vorstellungen über die Zukunft der SPÖ einbringen.“ Er sei zuversichtlich, dass es gelingen werde, eine inhaltliche Diskussion zu führen. Dass die Debatte über eine mögliche Intrige gegen Max Lercher „nicht rasend förderlich war“, sei unbestritten.

Bundesparteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner ist jedenfalls unumstritten, wie der Wiener Bürgermeister versicherte. Das Ergebnis bei der Wahl zur Klubchefin - Rendi-Wagner erhielt 88 Prozent - wertete er als „starke Unterstützung“: „Es ist kein nordkoreanisches Ergebnis, zeigt aber die Vielfalt des Klubs.“

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Die Frage, ob Rendi-Wagner Parteichefin bleibe, werde sich weder vor noch nach der bevorstehenden Steiermarkwahl stellen, zeigte er sich überzeugt. Doris Bures, die zuletzt als mögliche Nachfolgerin kolportiert wurde, ist laut Ludwig übrigens „eine der versiertesten Bundespolitikerinnen weit über die Grenzen der Sozialdemokratie hinaus“.

In Sachen Sondierungen sprach der Wiener SPÖ-Chef von „interessanten Gesprächen mit der ÖVP“. Der Volkspartei seien alle Personen und Inhalte der SPÖ bekannt. „Es liegt jetzt an der ÖVP, zu entscheiden, mit welcher Partei sie Verhandlungen führt. Wir sind offen, wenn man uns einlädt zu Verhandlungen, führen aber keine Parallelgespräche.“

Die Leykam Medien AG mit Vorstand Lercher wird unterdessen ab November einen zweiten Vorstand bekommen. Die entsprechende Aufsichtsratssitzung wird am 4. November stattfinden, sagte Lercher am Donnerstag auf APA-Nachfrage. Wer der Neue sein wird, werde erst nach dem Beschluss kommuniziert. Lerchers Gehalt bei der Leykam dagegen wird bereits ab 1. November auf 2.500 Euro reduziert.

„Ich habe bereits bei meiner Kandidatur für den Nationalrat im Aufsichtsrat eingebracht, dass ich das Gehalt reduziere, sollte ich ein Mandat erhalten“, sagte der ehemalige SPÖ-Bundesgeschäftsführer. Es sei damit alles schon länger geplant und vorbereitet - auch die Bestellung eines zweiten Vorstandes. Wer es sein wird, will Lercher vorerst nicht sagen. Das werde erst nach dem Aufsichtsratsbeschluss kommuniziert, wenn die Verträge unterschrieben werden.

Im Aufsichtsrat sind laut Wirtschaftskompass neben dem steirischen SPÖ-Klubchef Hannes Schwarz und dem Landesgeschäftsführer Günter Pirker auch noch die Leobnerin Sonja Kern, Doris Klammer, Geschäftsführerin der Spectro GmbH (zu 79,92 Prozent Eigentümerin der Leykam Medien AG, Anm.), und der Vorsitzende Wolfgang Messner, der ehemalige Graz Holding-Vorstand.

Lercher selbst zeigte sich nach den turbulenten Tagen rund um den 20.000-Euro-Vertrag mit der Bundes-SPÖ immer noch schockiert, „aber der Blick ist nach vorne gerichtet“. Er wurde am Mittwoch im Nationalrat für die neue Legislaturperiode angelobt.




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