Letztes Update am Do, 24.10.2019 14:15

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Weiter „Aufbruch ins Ungewisse“ im Haus der Geschichte



Im und für das Haus der Geschichte Österreich (hdgö) wird der „Aufbruch ins Ungewisse“ prolongiert. Die gleichnamige Eröffnungsausstellung, die im Mai 2020 zu Ende gehen sollte, „wird nun zu einer Art Dauerausstellung“ und bis Ende 2021 verlängert, sagte Direktorin Monika Sommer am Donnerstag. Verlängert wird auch die Ungewissheit über die Zukunft des Zeitgeschichtemuseums.

Das Haus der Geschichte habe sich seit seiner Eröffnung am 10. November 2018 sehr gut etabliert und sei bereits stark im Bewusstsein der Bevölkerung verankert, freute sich Johanna Rachinger, die Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB), in deren Verband das hdgö eingegliedert ist. Per Ende September halte man bei knapp 93.000 Besuchern und hoffe, zum Jahrestag die 100.000er-Grenze zu erreichen. „Das sind enorm gute Zahlen.“

Da für den Besuch des zum KHM-Museumsverband gehörenden Ephesos Museums gemeinsame Tickets verkauft werden, ließen sich exakte Zuordnungen derzeit nicht treffen, die Erlös-Aufteilung mit dem KHM erfolge im Verhältnis 15/85 (zugunsten des hdgö), sagte Rachinger.

„Die Zukunft des Hauses der Geschichte ist ungewiss“, betonte die Generaldirektorin. Die vom damaligen Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) beauftragte Evaluierung, die vor dem Sommer präsentiert werden hätte sollen, liege noch nicht vor. „Weder waren wir eingebunden in die Evaluierung, noch sind Fragen an uns gestellt worden. Wir wissen daher auch nicht, warum das länger gedauert hat“, sagte sie auf Nachfrage. Sie höre, dass der Bericht in den nächsten Tagen kommen solle. Von Blümel und Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) war angedacht worden, das hdgö an das Parlament anzugliedern. „Eine Entscheidung ist erst von der nächsten Regierung zu erwarten.“

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Für 2019 waren dem hdgö 1,2 Mio. Euro Basisabgeltung zugesichert. Aufgrund der nun notwendig gewordenen Verlängerung von Lizenzverträgen und -gebühren bei den insgesamt 1.904 Objekten der Ausstellung seien vom Bundeskanzleramt zusätzlich 300.000 Euro genehmigt worden, wovon 50.000 noch heuer verwendet würden, die restlichen 250.000 im kommenden Jahr. Für 2020 gibt es eine mündliche Zusage über eine Fortschreibung der 1,2 Mio. Euro. Durch die Ausstellungsverlängerung werde das aktuell 17-köpfige Kern-Team nun hauptsächlich Aktivitäten im Bereich des Webauftritts und der Vermittlung setzen, sagte Direktorin Sommer, die auch eine neue Publikation des Hauses vorstellte: „Was ist Österreich? Menschen und Geschichten in 101 Objekten“. Im Zentrum stehen dabei die Verknüpfungen von Menschen, Dingen und Geschichten.

Ab dem 26. Oktober wird die sonst im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München aufbewahrte „Ostarrichi“-Urkunde aus dem Jahr 996 für eine Woche im Original zu bewundern sein. Am Nationalfeiertag ist der Eintritt frei. Die Ausstellung „Nicht mehr verschüttet. Jüdisch-österreichische Geschichte in der Wiener Malzgasse“ startet am 8. November auf dem Alma-Rosé-Plateau. Vor 1938 befanden sich in der Malzgasse 16 eine Synagoge, eine Talmud-Thora-Schule und das weltweit erste jüdische Museum. In der seit 1955 hier wieder betriebenen Schule wurden 2018 zuvor unbekannte, mit 80 Tonnen Schutt aufgefüllte Kellerräume entdeckt. Sommer: „Beim Ausgraben sind beeindruckende Objekte zutage getreten.“ Diese werden nun erstmals öffentlich gezeigt. Die Eröffnungsrede am 7. November um 18 Uhr hält Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein.




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