Letztes Update am Do, 24.10.2019 17:58

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mord ohne Leiche in Wien: 20 Jahre und Freispruch



Im Mordprozess ohne Leiche ist am Donnerstag am Wiener Landesgericht ein 29 Jahre alter Mann wegen Mordes und Störung der Totenruhe zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Die Geschworenen nahmen es einstimmig als erwiesen an, dass der gebürtige Ungar seinem Landsmann Gyula S. (43) Ende Mai 2019 in einer Wohnung in Wien-Ottakring mit einem Hammer zwei Schraubenzieher in den Schädel gerammt hatte.

Die als Beitragstäterin mitangeklagte damalige Freundin des 29-Jährigen wurde von den acht Laienrichtern dagegen mit 4:4 Stimmen vom Mordvorwurf freigesprochen. Bei Stimmengleichheit war zugunsten der Angeklagten vorzugehen. Weil sie dem 29-Jährigen beim Beseitigen der Leiche verhalf, kam sie mit drei Monaten bedingt für die Störung der Totenruhe davon.

Der 29-Jährige wurde außerdem in eine Anstalt für abnorme Rechtsbrecher eingewiesen, da er nach jahrelanger Heroin- und Alkoholsucht eine Persönlichkeitsstörung sowie eine Epilepsie entwickelt hat und aufgrund dessen einem psychiatrischen Gutachten zufolge als gefährlich einzustufen ist. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.




Kommentieren