Letztes Update am Fr, 25.10.2019 09:28

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kontrollsystem eine Ursache für Lion-Air-Absturz



Eine ganze Reihe von Gründen hat nach Ansicht der indonesischen Ermittlungsbehörden zum Absturz der Lion-Air-Maschine des Typs Boeing 737 MAX vor rund einem Jahr geführt. Bei dem Unglück waren 189 Menschen ums Leben gekommen. Die Experten schlagen zudem der Fluggesellschaft, dem Flugzeugbauer Boeing und der US-Luftfahrtbehörde FAA mehrere Maßnahmen zur Verhinderung solcher Unglücke vor.

Der Abschlussbericht, den die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte und der im Laufe des Tages offiziell vorgestellt wird, macht das Kontrollsystem MCAS als einen Grund für das Unglück aus. Dieses System führt zum automatischen Absenken der Flugzeugnase bei drohendem Strömungsabriss. „Die Bauweise und die Zertifizierung des MCAS haben die Wahrscheinlichkeit eines Kontrollverlustes des Flugzeugs nicht ausreichend berücksichtigt“, heißt es in dem Bericht. Boeing hat bereits das System überarbeitet, dies muss aber noch von der US-Luftfahrtbehörde abgesegnet werden.

Zum Unglück beigetragen hätten zudem Defizite der Crew, etwa in der Kommunikation, bei Abläufen in bestimmten Situationen und bei der manuellen Steuerung des Flugzeuges. Außerdem sei ein wichtiger Sensor, der Daten für ein Kontrollsystem lieferte, von einer Werkstatt falsch kalibriert worden und von Lion Air nicht mehr getestet worden. Nach Fehlern bei vorangegangenen Flügen hätte Lion Air die Maschine auf dem Boden lassen müssen.

Die Fluggesellschaft, Boeing und die FAA gaben zunächst keinen Kommentar ab. Bereits am Mittwoch hatten die Ermittler die Angehörigen der Opfer über ihre Ergebnisse informiert. Im März war ein weiteres Flugzeug der Boeing-Baureihe 737 MAX von Ethiopian Airlines mit 157 Menschen an Bord abgestürzt. Seitdem müssen die Maschinen am Boden bleiben.




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